Kurden starten finalen Angriff auf letzte IS-Bastion in Syrien

Die letzten IS-Kämpfer sind in Baghouz an der irakischen Grenze in einem Zeltlager auf engstem Raum eingeschlossen. Zivilisten wurden seit Samstag nicht mehr in Baghouz gesehen.

REUTERS

Im Osten Syriens haben Truppen unter kurdischer Führung nach eigenen Angaben den finalen Angriff auf die letzte Bastion der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) begonnen. Die Kämpfe hätten angefangen, sagte der Sprecher der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Mustafa Bali, am Sonntagabend.

Die letzten IS-Kämpfer sind in Baghouz an der irakischen Grenze in einem Zeltlager auf engstem Raum eingeschlossen. Jets der internationalen Anti-IS-Koalition würden Angriffe auf Waffenlager der Terroristen fliegen, teilte Bali via Twitter mit.

Seit Samstag hätten keine Zivilisten die Ortschaft Baghouz verlassen und Beobachtungsposten hätten auch keine weiteren Zivilisten dort gesichtet, so die von den USA unterstützten SDF. Bali zufolge ist nicht damit zu rechnen, dass sich die in dem Dorf verbliebenen Extremisten ergeben. Die Frist für den IS sei abgelaufen.

Die SDF hat den Angriff auf Baghouz seit Wochen angekündigt, ihn aber immer wieder verschoben, um Zivilisten die Möglichkeit zur Flucht zu geben. Tausende von ihnen, aber auch Kämpfer, verließen daraufhin den Ort. Laut Bali befanden sich darunter auch zahlreiche Terroristen verschiedener Nationalitäten. In den Händen der Kurden befinden sich auch österreichische IS-Anhänger.

Der IS hatte den Höhepunkt seiner Macht im Sommer 2014 erreicht, als er große Teile Syriens und des Irak kontrollierte. Mittlerweile hat er sein früheres Herrschaftsgebiet fast vollständig verloren. Den größten Teil ihrer Gebiete in Syrien wurden von den SDF erobert.

Wird das an der Grenze zum Irak gelegene Baghouz von den SDF-Rebellen eingenommen, verbleibt nur noch eine abgelegene kaum besiedelte Region westlich des Euphrats in der Hand der IS-Kämpfer, die inmitten des von der syrischen Armee kontrollierten Gebietes liegt. Zellen der Jihadisten sind aber in beiden Ländern weiter aktiv, Beobachter warnen, der IS sei noch nicht besiegt.

Auch der Nationale Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten, John Bolton, sagte am Sonntag, der IS habe zwar praktisch 100 Prozent seines eroberten Territoriums verloren, bleibe aber als Terrororganisation weiter gefährlich. "Wir wissen jetzt, dass es immer noch verstreute IS-Kämpfer im Irak und in Syrien gibt und dass der IS selbst in anderen Teilen der Welt wächst", sagte Bolton dem US-Sender ABC. "Die Bedrohung des IS wird bleiben."

US-Präsident Donald Trump hatte Ende Februar behauptet, dass IS-Gebiet sei zu "100 Prozent" zurückerobert und die Gefahr damit weitgehend gebannt. Er verfolgt das Ziel, die US-Truppen im Land so bald wie möglich abzuziehen.

(APA/DPA)

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