Nordkorea-Konflikt: Trump erteilt Kim Jong-un eine Absage

US-Regierung weist Frist für einen Lösungsvorschlag bis Jahresende zurück.

Kim Jong-un und Donald Trump.
Kim Jong-un und Donald Trump.
Kim Jong-un und Donald Trump. – (c) REUTERS (Leah Millis)

Washington. Die Absage war diplomatisch verpackt. Doch die USA machten im Streit über die nordkoreanischen Atomwaffen klar, dass sie sich von Nordkoreas Machthaber, Kim Jong-un, nicht unter Druck setzen lassen wollen. Dieser hatte vor Tagen angedeutet, die Regierung in Washington müsse einen Kurswechsel vornehmen. US-Außenminister Mike Pompeo sagte vor Journalisten, Präsident Donald Trump wolle diplomatisch vorankommen. Doch Kim habe sich zur Abrüstung der Atomwaffen verpflichtet.

Kim hatte den USA am Freitag eine Frist bis Jahresende gesetzt, um einen akzeptablen Lösungsvorschlag im Streit über die atomare Abrüstung vorzulegen. „Der Dialogstil der USA, einseitig ihre Forderungen durchsetzen zu wollen, passt uns nicht, und wir haben kein Interesse daran“, erklärte Kim. Die USA müssten ihren bisherigen Weg aufgeben und „mit einer neuen Kalkulation zu uns kommen“. Dann sei man auch zu einem dritten Gipfel mit Trump bereit. Dem Regime in Pjöngjang geht es vor allem um die Aufhebung eines Großteils der Sanktionen.

 

„Repräsentant ganz Koreas“

Während sowohl Kim als auch Trump gleichzeitig ihre „sehr guten“ persönlichen Beziehungen unterstrichen, geht der nordkoreanische Diktator zunehmend auf Konfrontationskurs mit dem Nachbarn im Süden. Wie jetzt bekannt wurde, hatte Kim sich vom Scheinparlament seines Landes vor Kurzem den Titel „Oberster Repräsentant des ganzen koreanischen Volkes“ geben lassen – eine Provokation für Südkorea. Am Freitag hatte er dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in zudem vorgeworfen, als „übereifriger Vermittler“ aufzutreten. Trotzdem will Moon nach wie vor auf einen weiteren, vierten innerkoreanischen Gipfel drängen. Auf die Kritik aus Pjöngjang ging Moon nicht ein. (ag./red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.04.2019)

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