Mexiko intensiviert Abschiebung illegaler Migranten

Der Druck der USA zeigt Wirkung: Binnen 30 Tagen sind laut den Behörden 15.000 Migranten abgeschoben worden, so viele wie noch nie, die meisten zurück nach Mittelamerika. Donald Trump hatte zuvor mit der Totalsperre der Grenze gedroht.

Migranten auf dem Weg durch Mexiko
Migranten auf dem Weg durch Mexiko
Migraten auf dem Weg durch Mexiko – APA/AFP/PEP COMPANYS

Angesichts politischen Drucks aus den USA und der konsequenten Grenzsperren und Rückschiebungen von dort hat Mexiko seinerseits die Abschiebung von Migranten aus anderen Regionen Lateinamerikas verstärkt. Allein in den vergangenen 30 Tagen seien 15.000 aus dem Land gebracht worden, sagte ein hoher Beamter am Dienstag (Ortszeit). Tonatiuh Guillen, Chef des Nationalen Migrationsinstituts, sprach im Detail von 11.800 Personen zwischen 1. und 22. April. Vergleich: Im gesamten April 2018 habe man 9650 Menschen zurückgeschoben.

Guillen sagte zwar nicht, wohin genau man die Menschen gebracht habe. Erfahrungsgemäß versuchen aber vor allem Personen aus Mittelamerika, speziell aus Honduras, Guatemala und El Salvador, via Mexiko in die USA zu gelangen. Zuletzt stieg die Zahl von Minderjährigen sowie Kubanern unter den Flüchtlingen deutlich an: Schon jeder dritte Migrant, der durch Mexiko nach Norden wolle, sei minderjährig, hieß es. In Südmexiko befänden sich aktuell mindestens 1000 Kubaner, dazu mindestens 2000 weitere allein in Ciudad Juárez an der Grenze zu Texas und New Mexico. Die meisten Kubaner würden dabei legal als Touristen nach Mexiko einreisen, sie geben politische Repression und schlechte ökonomische Aussichten als Gründe ihres Versuchs, in die USA zu gelangen, an.

Migranten sollten sich ordentlich benehmen

Laut Innenministerin Olga Sánchez Cordero vertreibe vor allem die nicht eindämmbare Gewalt von Jugendbanden in mehreren Staaten Mittelamerikas die Leute aus ihrer Heimat, dazu die chronifizierte Massenarmut dort. Sánchez betonte, dass Mexiko zum Schutz seiner Südgrenze mit Guatemala und Belize verpflichtet sei und dass die vielen Menschen, die es ins Land schafften, sich an die Gesetze zu halten hätten, sich bei den Behörden registrieren und generell ordentlich benehmen müssten - dabei verwies sie auf Zusammenstöße zwischen Migranten und Grenzschützern in den vergangenen Monaten.

US-Präsident Donald Trump hatte vorigen Monat mit der Schließung der Grenze gedroht, sollte Mexiko den Migrantenzug nicht sofort in den Griff bekommen. Dem war ein Rekord an Aufgriffen Illegaler vorangegangen: Mehr als 100.000 vor allem Mittelamerikaner hatten sich allein im März auf US-Gebiet den Behörden gestellt, angeblich die größte Zahl seit mehr als einem Jahrzehnt. Mexikos Linksregierung von Präsident Andrés Manuel López Obrador ist bisher bemüht, durch vermehrte Festnahmen und die erschwerte Ausgabe humanitärer Visa den Zug nach Norden zumindest zu bremsen.

(Reuters)

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