Tote und Verletzte bei Anschlag auf Sufi-Schrein in Pakistan

Ein Ableger der radikalislamischen Taliban bekannte sich zu dem Attentat auf einen der größten Sufi-Schreine in Südasien.

 In Pakistan und Afghanistan haben radikalislamische Gruppen wie der IS oder die Taliban wiederholt Anschläge auf Sufi-Schreine verübt.
 In Pakistan und Afghanistan haben radikalislamische Gruppen wie der IS oder die Taliban wiederholt Anschläge auf Sufi-Schreine verübt.
In Pakistan und Afghanistan haben radikalislamische Gruppen wie der IS oder die Taliban wiederholt Anschläge auf Sufi-Schreine verübt. – APA/AFP/ARIF ALI

In der Metropole Lahore im Osten von Pakistan hat sich am Mittwoch ein Selbstmordattentäter vor dem Eingang eines bedeutenden Sufi-Schreins in die Luft gesprengt. Nach Angaben der Polizei riss er mindestens zehn Menschen mit sich in den Tod, mehr als 20 wurden verletzt. Laut dem Gesundheitsministerium der Provinz waren mehrere der Verletzten in Lebensgefahr.

Der Anschlag einen Tag nach Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan richtete sich offenbar auf die Polizisten, die außerhalb des Schreins postiert waren. „Die Polizei war das Hauptziel dieser Attacke", sagte Lahores Vize-Polizeichef Ashfaq Khan.

Der Angreifer hatte den Beamten zufolge seine Sprengstoffweste nahe einem Polizeiwagen gezündet, als er von Sicherheitskräften vor dem Data-Darbar-Schrein gestoppt wurde. Unter den Toten waren sechs Zivilisten und vier Polizisten. Mindestens sieben Verletzte sind in kritischem Zustand.

Sicherheitskräfte im Visier der Terroristen

Ein Ableger der pakistanischen Taliban namens Hizbul Ahrar bekannte sich in einer Mitteilung zu der Tat. Die Gruppe kämpft seit Jahren gegen die Regierung. „Diese Attacke wurde zu einer Zeit ausgeführt, in der sich keine Zivilisten in der Nähe der Polizei befanden", erklärte ein Sprecher der Terroristen und bestätigte damit den Fokus auf die Sicherheitskräfte.

Der pakistanische Premierminister Imran Khan verurteilte den Anschlag in einem Statement scharf und forderte die Provinzregierung auf, den Opfern zu helfen.

Nach Angaben des Informationsministers der Provinz, Samsam Bokhari, waren zum Zeitpunkt des Anschlags viele Gläubige in der Haupthalle des Komplexes. "Es wäre eine Katastrophe gewesen, wenn es dem Angreifer gelungen wäre hineinzugelangen", sagte Bokhari.

Data Darbar ist einer der größten Sufi-Schreine in Südasien, den jeden Tag mehrere Tausend Menschen besuchen. Der Sufismus ist eine mystische Auslegung des Islam. In Pakistan und Afghanistan haben radikalislamische Gruppen wie die IS-Terrormiliz oder die Taliban wiederholt Anschläge auf Sufi-Schreine verübt, weshalb die Gebäude nunmehr stark bewacht werden. Bereits 2010 waren bei einem schweren Anschlag auf den Data-Darbar-Schrein rund 50 Menschen getötet worden.

(APA/dpa/Reuters)

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