Orban über Ibiza-Video: "Das ist inakzeptabel"

Ungarns Ministerpräsident geht in der „Bild"-Zeitung auf Distanz zu Strache. Der hatte Orban im Ibiza-Video als Vorbild bezeichnet.

Hungary's Prime Minister Viktor Orban and Austria's Vice Chancellor Heinz-Christian Strache hold a joint news conference in Budapest
Hungary's Prime Minister Viktor Orban and Austria's Vice Chancellor Heinz-Christian Strache hold a joint news conference in Budapest
Da standen sie sich noch näher: Viktor Orban und Heinz-Christian Strache am 6. Mai in Budapest. – REUTERS

Ungarns rechtsnationalistischer Ministerpräsident Viktor Orban geht in der Videoaffäre um die FPÖ auf Distanz zum zurückgetretenem Parteichef Heinz-Christian Strache. "Das, was Strache gesagt hat, ist inakzeptabel", sagte Orban der "Bild"-Zeitung (Freitag).

"Das Wichtigste für einen Politiker ist das Vertrauen der Menschen. Strache war ein Kämpfer in eigener Sache, aber er hat das Vertrauen der Menschen verloren." Generell wolle er sich aber nicht in die österreichische Innenpolitik einmischen, "das müssen die österreichischen Wähler entscheiden".

Vor wenigen Tagen noch hatte Orban die Ibiza-Affäre sarkastisch kommentiert: „Unsere österreichischen Freunde kommen jetzt nicht zu uns, da dort eine außerordentliche Jagdsaison eröffnet wurde“, sagte er, nachdem der mittlerweile abgetretene Verkehrsminister Norbert Hofer einen Ungarn-Besuch wegen der Regierungskrise abgesagt hatte. Den Rückstritt Straches hatte er erst gar nicht kommentieren wollen, da es sich um eine "innere Angelegenheit Österreichs" handle.

Ibiza: Österreich Medien nach Ungarns Vorbild umbauen

Dabei spielt Orban in den Aussagen Straches im Ibiza-Video keine unwichtige Rolle: Er wolle Österreich nach dem ungarischen Vorbild umbauen, sagte Strache da sinngemäß und verwies auf seine Kontakte zu jenem Investor, der auch Ungarns Medien für Orban „aufbereitet“ habe.

Orban hatte Strache erst Anfang des Monats in Budapest freundschaftlich empfangen. Damals pries er Österreichs Koalition aus Bürgerlichen und Rechtspopulisten als "Modell für Europa".

(APA/dpa/Red.)

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