Downing Street: May-Nachfolge

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Boris Johnson

Der frühere Bürgermeister von London war einer der Wortführer der Brexit-Kampagne vor dem Referendum im Jahr 2016. Johnson ist unkonventionell, oft undiplomatisch-polternd und verfügt über Charisma. May ernannte den polarisierenden Politiker nach dem Brexit-Referendum zum neuen Außenminister. Er leistete sich allerdings diverse Ausrutscher und machte insgesamt keine gute Figur auf dem diplomatischen Parkett. Schon vor seinem Rücktritt im Juli 2018 war er ein heftiger Kritiker von Mays Brexit-Kurs. Der 54-Jährige, der oft einfach nur "Boris" oder "BoJo" genannt wird, gilt als Favorit für Mays Nachfolge.

APA/AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS
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Michael Gove

Der Brexit-Wortführer und Umweltminister Gove wollte bereits in den Wirren nach dem Referendum im Jahr 2016 an die Parteispitze. Damals schaffte er es aber nicht in die Endrunde. Nun werden dem 51-Jährigen werden nach Boris Johnson die besten Chancen eingeräumt. Der ehemalige „Times“-Journalist, brillante Redner und chaotischer Organisator will sich „von künstlichen Fristen nicht daran hindern lasen, mit der EU einen besseren Deal“ auszuhandeln.

APA/AFP/TOLGA AKMEN
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Jeremy Hunt

Der Nachfolger von Boris Johnson im Amt des Außenministers war eigentlich für einen Verbleib Großbritanniens in der EU. Allerdings kritisierte der 52-Jährige das Auftreten Brüssels in den Verhandlungen um den Austritt später als "arrogant". Der frühere Geschäftsmann ist bekannt für seinen Ehrgeiz. Hunt hat unter anderem die politische Schlangengrube des Gesundheitsministeriums überlebt und wurde zuletzt sogar von US-Präsident Donald Trump empfohlen: „Jeremy würde den Job sicher gut machen.“

APA/AFP/FABRICE COFFRINI
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Dominic Raab

Der 45-Jährige folgte im Juli als Brexit-Minister auf David Davis, der seinen Posten räumte, weil er die Linie von May gegenüber Brüssel als zu weich empfand. Doch auch Raab hielt es nicht lange auf dem Posten. Er trat aus Protest gegen den von Premierministerin Theresa May ausgehandelten Deal zurück, obwohl er dafür theoretisch zuständig war. Auch er ist glühend ehrgeizig und sogar bereit, zur Durchsetzung des Brexit, das Parlament de facto auszuschalten. Raab ist Boxer und zudem Träger eines schwarzen Karate-Gürtels.

APA/AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS
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Andrea Leadsom

Die überzeugte Brexit-Befürworterin spielte lange Zeit unter den Hardlinern im Kabinett eine führende Rolle. Sie hat im Sommer 2016 schon einmal nach der Macht gegriffen. Die 56-Jährige gab May letztlich mit ihrem Rücktritt den Todesstoß. Bereits vor drei Jahren hatte sie für den Parteivorsitz kandidiert, damals aber gegen May den Kürzeren gezogen. Sie hat drei Jahrzehnte als Bankerin in der City of London gearbeitet, ehe sie in die Politik wechselte. Leadsom ist eine Bewunderin der Tory-Ikone Margaret Thatcher.

APA/AFP/ISABEL INFANTES
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Sajid Javid

Der frühere Investmentbanker und Sohn eines pakistanischen Busfahrers gilt als das Gesicht des modernen, multikulturellen Großbritanniens. Er ist der erste Muslim als Kandidat für den Vorsitz der Tories und das Amt des britischen Premierministers. Der 49-Jährige gehört dem wirtschaftsliberalen Flügel der Konservativen an und stimmte 2016 für einen Verbleib seines Landes in der EU. Seit April 2018 ist Javid Innenminister. Er versucht, mit einer strengen „Law and Order“-Politik zu punkten und lässt sich angeblich „The Saj“ nennen.

REUTERS
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Matt Hancock

Der Gesundheitsminister will das staatliche Gesundheitssystem gegen das US–Vorbild und Begehrlichkeiten amerikanischer Firmen verteidigen und mit einem Deal aus der EU austreten. Für Aufregung sorgte der 40-Jährige als er Labour-Chef Jeremy Corbyn mit Adolf Hitler verglich.

REUTERS/Henry Nicholls
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Esther McVey

Die 51-jährige Ex-Sozialministerin gilt als Brexit-Scharfmacherin. Sie verspricht, eine Regierung zu bilden, die ausschließlich mit „Brexiteers“ bestückt ist. McVey ist politisch verantwortlich für eine Sozialhilfe-Reform, die zum Fiasko wurde. Sie ist für kontroverse Aussagen bekannt.

REUTERS
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Rory Stewart

Der Entwicklungshilfeminister war hoher Beamter der britischen Verwaltung im Irak und der einzige Bewerber, der Mays Brexit-Deal unterstützt. Dementsprechend schlecht stehen die Chancen des des 46-jährigen Karrierediplomaten, der sich als „radikaler Zentrumspolitiker“ bezeichnet.

APA/AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS
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Obwohl er als EU-freundlich gilt, akzeptiert Mark Harper das Brexit-Referendum. Er selbst sieht sich im Rennen um den Posten des Premierministers als Außenseiter. Der 49-Jährige wäre für eine kurze Verlängerung der Austrittsfrist über den 31. Oktober hinaus. Falls das nicht möglich sei, würde er auch einer Loslösung von der EU ohne Deal zustimmen.

REUTERS