Schuldspruch wegen Sonderfonds: Durnwalder "schockiert"

Der Alt-Landeshauptmann von Südtirol gibt sich enttäuscht von Justiz und Politik: "Undank ist der Welten Lohn“. Er hofft auf eine Entscheidung des Kassationsgerichts zu seinen Gunsten.

Archivbild. Luis Durnwalder droht eine Haftstrafe. Er sieht sich im "im Regen stehen" gelassen.
Archivbild. Luis Durnwalder droht eine Haftstrafe. Er sieht sich im "im Regen stehen" gelassen.
Archivbild. Luis Durnwalder droht eine Haftstrafe. Er sieht sich im "im Regen stehen" gelassen. – APA/ROLAND SCHLAGER

Nach seiner - nicht rechtskräftigen - Verurteilung zu zweieinhalb Jahren Haft in der Sonderfonds-Causa hat sich Südtirols Altlandeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) "schockiert" gezeigt. "Ich habe kein Vertrauen mehr in die Gerichtsbarkeit und ich bin sehr sehr enttäuscht - auch von der Politik", sagte Durnwalder der Tageszeitung "Dolomiten" (Samstagsausgabe).

Er hätte sich "mehr Unterstützung erwartet, nicht, dass man mich so im Regen stehen lässt", ließ der 77-Jährige, der Südtirol von 1989 bis 2014 regierte, wissen. Nur SVP-Obmann Philipp Achammer habe ganz klar für ihn Stellung bezogen. "Undank ist wohl wirklich der Welten Lohn", schlussfolgerte Durnwalder nach der Verurteilung durch das Oberlandesgericht Trient.

„Ich habe das Geld nicht behalten"

In der Sache beteuerte der Altlandeshauptmann einmal mehr, vollkommen unschuldig zu sein. "Die Art der Verrechnung war schließlich eine reine Formsache. Ich habe das Geld nicht behalten, sondern in Ausübung meines Amtes ausgegeben. Ich habe keinen einzelnen Cent veruntreut, wie auch Staatsanwalt Rispoli betont hat", argumentierte der frühere Langzeitlandeshauptmann.

Er könne sich "des Eindrucks nicht erwehren, dass da noch was anderes dahinstecken könnte". "Ich habe ja schon einmal erzählt, dass ein ranghoher Offizier mich damals gewarnt hat, es sei etwas im Gange. Er hatte wohl recht", so der frühere Südtiroler Landeschef. Durnwalder hofft jedenfalls, dass er mit der Beschwerde, die er beim Kassationsgericht in Rom einbringt, Erfolg haben wird.

Haftstrafe könnte nicht ausgesetzt werden

Das Verfahren in der Causa zieht sich bereits seit mehreren Jahren. Die Verurteilung erfolgte nunmehr nach zwei Freisprüchen in erster und zweiter Instanz. Die Staatsanwaltschaft warf Durnwalder Veruntreuung öffentlicher Gelder vor. Er soll während seiner Amtszeit Privatausgaben mit öffentlichen Geldmitteln finanziert haben. Als Landeshauptmann stand Durnwalder ein Sonderfonds zur Verfügung, aus dem er Kaffee für Besucher, Trinkgelder für Musikkapellen und Ähnliches bezahlte.

Wird der Schuldspruch bestätigt, droht dem Ex-Landeshauptmann Gefängnis. Denn eine Haftstrafe über zwei Jahren kann laut Medienberichten in Italien nicht bedingt ausgesetzt werden.

(APA)

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