Trump und die G6 in Biarritz

Es wird wohl keine gemeinsame Schlusserklärung beim Treffen der sieben größten Industrienationen geben. Die Differenzen mit US-Präsident Trump sind zu groß – vom Handel übers Klima bis zum Iran.

Zum Beginn des G7-Gipfels am heutigen Samstag darf dann niemand mehr am Strand von Biarritz liegen. Die Polizei hat die französische Stadt am Atlantik für die hochrangigen Gäste von Trump bis Merkel abgeriegelt.
Zum Beginn des G7-Gipfels am heutigen Samstag darf dann niemand mehr am Strand von Biarritz liegen. Die Polizei hat die französische Stadt am Atlantik für die hochrangigen Gäste von Trump bis Merkel abgeriegelt.
Zum Beginn des G7-Gipfels am heutigen Samstag darf dann niemand mehr am Strand von Biarritz liegen. Die Polizei hat die französische Stadt am Atlantik für die hochrangigen Gäste von Trump bis Merkel abgeriegelt. – imago images / Michael Trammer

Emmanuel Macron hat Großes vor. Zumindest will er die Bühne des G7-Gipfels in Biarritz nützen, um sich groß in Szene zu setzen. Mehr als zwei Stunden nahm sich der sonst wenig auskunftsfreudige französische Präsident Zeit, um in einer Pressekonferenz seine Ziele darzulegen für das Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben größten westlichen Industrienationen.

Den Kampf gegen Ungleichheit und Klimawandel hat sich Macron auf die Fahnen geschrieben, neue Regeln für den Kapitalismus will er der Welt geben, ja eine „neue Ordnung“ – und hat dafür gleich das Format des Treffens „erneuert“. Eingeladen sind diesmal auch die Staatenlenker Indiens, Australiens, Chiles, Südafrikas und vier weiterer afrikanischer Länder (Ägypten, Senegal, Burkina Faso, Ruanda). Solche erweiterten Runden gab es zwar auch schon früher, aber man kann es ja trotzdem als neu verkaufen.

Die Erwartungen hängte Macron trotz hochtrabender Töne vorsichtshalber dann doch niedriger. Diesmal gebe es keine vorab ausgehandelte Schlusserklärung. „Seien wir doch ehrlich, kein Mensch liest diese Kommuniqués“, sagte Macron vor dem G7-Gipfel, der am Samstagabend mit einem Diner beginnt. Damit verschleierte er elegant eine bittere Wahrheit: Ein Konsens ist deshalb unwahrscheinlich, weil die Differenzen mit US-Präsident Trump zu groß sind. Ein Überblick.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2019)

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