Bill Gates und Ban Ki-moon fordern Umweltschutz aus wirtschaftlichem Interesse

Der Schutz gegen den Klimawandel sei ein „ökonomischer Imperativ“, sagen die Initiatoren einer globalen Initiative. Versäumnisse bei der Klimafolgenanpassung bis 2050 könnten das Wachstum der globalen Landwirtschaft um 30 Prozent verringern.

UN-Ex-Generalsekretär Ban Ki-moon.
UN-Ex-Generalsekretär Ban Ki-moon.
UN-Ex-Generalsekretär Ban Ki-moon. – APA/AFP/GREG BAKER

Eine globale Initiative unter Führung von Ex-UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat die Weltgemeinschaft aufgerufen, nicht nur aus humanitären und Umweltschutzgründen, sondern auch aus wirtschaftlichen Interessen mehr für die Anpassung an den Klimawandel zu tun.

Anpassung sei auch ein "ökonomischer Imperativ", heißt es mit Blick auf die Folgen der Erderwärmung in einem Bericht, den die Globale Kommission für Anpassung am Dienstag vorstellte. "Die weltweiten Anstrengungen zur Verlangsamung des Klimawandels sind vielversprechend, aber unzureichend", erklärte die Kommission, der auch der US-Internetmilliardär Bill Gates und die designierte Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, angehören.

Klimaanpassung liege auch im "wirtschaftlichen Eigeninteresse" der Menschen. So könnten Versäumnisse bei der Klimafolgenanpassung bis 2050 das Wachstum der globalen Landwirtschaft um 30 Prozent verringern. Steigende Meeresspiegel und vermehrte starke Stürme könnten die Küstenregionen in aller Welt ab 2050 mehr als eine Billion Dollar (906,5 Milliarden Euro) jährlich kosten.

Wirtschaftliche Potenziale aus Klimawandel ziehen

Durch Investitionen in den Schutz vor den Folgen des Klimawandels lasse sich eine hohe Rendite erzielen, heißt es in dem Bericht. Investitionen in Höhe von 1,8 Billionen Dollar in fünf Kernbereichen könnten demnach einen Gewinn von 7,1 Billionen Dollar generieren. "In anderen Worten würde das Versäumnis, die wirtschaftlichen Vorteile von Klimaanpassung (...) zu nutzen, Billionen von Dollar an potenziellem Wachstum und Wohlstand verspielen", warnten die Autoren. Als Investitionsbeispiele wurden Sturm-Frühwarnsysteme, an Dürre angepasste Landwirtschaftsmethoden und bessere Wasserspeicher genannt.

In dem Bericht werden "drei Revolutionen" gefordert: beim Verständnis, der Planung und der Finanzierung von Klimaanpassung. Das Verständnis der Gefahren der Erderwärmung und die Kenntnisse über mögliche Schutzmaßnahmen müssten sich in staatlichen und privatwirtschaftlichen Entscheidungen widerspiegeln. Die Anpassungsmaßnahmen müssten besser geplant und finanziert werden.

An der Globalen Kommission für Anpassung sind 20 Länder, darunter Deutschland, beteiligt. Sie soll das Bewusstsein für die Folgen des Klimawandels und mögliche Schutzmaßnahmen schärfen. Ihr Bericht wurde knapp zwei Wochen vor dem UN-Klimagipfel in New York veröffentlicht, zu dem UN-Generalsekretär Antonio Guterres eingeladen hat.

(APA/DPA)

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