Interims-SPD-Chefin tritt wegen Krebsdiagnose zurück

Manuela Schwesig ist an Brustkrebs erkrankt und verlässt deshalb die Parteispitze. Die 45-Jährige bleibt aber Ministerpräsidentin.

Mauela Schwesig
Mauela Schwesig
Mauela Schwesig – (c) imago images / Metodi Popow (M. Popow via www.imago-images.de)

Finanzminister Olaf Scholz stellte im Bundestag gerade seine Budetpläne für die nächsten Jahre vor, da machte eine bedrückende Eiltmeldung die Runde. Scholz' Parteifreundin Manuela Schwesig ist an Brustkrebs erkrankt. Die 45-Jährige legt deshalb ihr Amt als kommissarische SPD-Vorsitzende nieder. Schwesig bleibt aber Ministerpräsidentin im ostdeutschen Mecklenburg-Vorpommern.

Die Staatskanzlei dort verbreitete eine persönliche Erklärung der Landeschefin: „Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar. Allerdings ist dafür eine medizinische Behandlung notwendig. Dies wird dazu führen, dass ich in den kommenden Monaten nicht an allen Tagen öffentliche Termine wahrnehmen kann. Ich habe deshalb die Ministerinnen und Minister gebeten, mich an diesen Tagen zu vertreten."

Schwesig hat einen zwölf Jahre alten Sohn und eine drei Jahre alte Tochter. Vor zwei Jahren hatte sie überraschend ihr Amt als Bundesfamilienministerin aufgegeben und war als Ministerpräsidentin nach Mecklenburg-Vorpommern übersiedelt. Damals war eine Krebserkrankung ihres Vorgängers, Erwin Sellering, der Grund. 

Schwesig legte in der SPD eine Bilderbuchkarriere hin. 2003 trat die damals knapp 30-Jährige Finanzbeamtin in die Partei ein, sechs Jahre später, 2009, war sie schon stellvertretende Parteichefin. Zuletzt setze sich Schwesig immer wieder als Stimme Ostdeutschlands in Szene.

Die Nachricht von Schwesigs Krebserkrankung dürfte auch die heutige SPD-Regionalkonferenz in Rheinland-Pfalz überschatten. Dort findet am Abend das nächste Kräftemessen der 15 Bewerber (sieben Pärchen, ein Einzelkämpfer) um den SPD-Vorsitz statt.

„Mein Platz ist in Mecklenburg-Vorpommern"

Schwesig selbst hatte eine Kandidatur ausgeschlossen, obwohl sie zweifellos zum Kreis der Favoriten gezählt hätte. "Mein Platz ist in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte sie im Juni. Schwesig erklärte sich aber dazu bereit, die Partei gemeinsam mit Thorsten Schäfer-Gümbel und Malu Dreyer interimistisch bis zur Wahl der Nachfolger von Andrea Nahles zu führen. Dann kam die Krebsdiagnose. Die alleinige Übergangsvorsitzende der SPD - bis zur Wahl Anfang Dezember - ist nun die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Bis Ende September bekommt sie noch Unterstützung von Thorsten Schäfer-Gümbel. Dieser wird aber wie geplant am 1. Oktober aus der Politik ausscheiden und zur Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) wechseln.

--> Die persönliche Erklärung von Manuela Schwesig

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