Zagreb protestiert gegen Dichter-Statue in Triest

Präsidentin Grabar-Kitarovic nennt Aufstellung einer Statue zu Ehren des italienischen Dichters und Mussolini-Freundes Garbiele D´Annunzio "skandalös"

Portrait von Gabriele D'Annunzio =
Portrait von Gabriele D'Annunzio =
Anonym / Imagno / picturedesk.co

Zwischen Italien und Kroatien drohen historische Spannungen wieder aufzukochen: Kroatien protestiert gegen die Einweihung einer Statue zu Ehren des italienischen Dichters und Mussolini-Freunds Gabriele D´Annunzio in Triest. Die Aufstellung bezeichnete die kroatische Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic in einem offiziellen Protestschreiben an Italien als "skandalös".

"Die Freundschaft zwischen Italien und Kroatien basiert heute auf Werten, die in totalem Widerspruch mit den Aktionen der Person stehen, der die Statue gewidmet ist", hieß es im Schreiben nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA. Obwohl die Aufstellung der Statue auf eine Initiative der Gemeinde und nicht der staatlichen Behörden zurückzuführen sei, trübe sie trotzdem die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Nachbarländern Italien und Kroatien, hieß es im Schreiben.

Die Halbinsel Istrien war Italien nach dem Ersten Weltkrieg zugesprochen worden. 1919 bemächtigten sich eine italienische Freischärlereinheit unter Führung des Dichters D'Annunzio der dalmatinischen Hafenstadt Rijeka (Fiume), die im Vertrag von Rapallo 1920 zum Freistaat erklärt wurde. 1924 verleibte sich das faschistische Italien Rijeka ein. Der Diktator Benito Mussolini erhob schließlich Anspruch auf Dalmatien und sprach von der Adria als dem "Mare Nostro" (Unser Meer). Im Friedensvertrag von Paris 1947 musste Italien Istrien an Jugoslawien abtreten.

(APA)

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