Jemen: Explosion in Munitionsfabrik - 150 Tote

Das Lager war einen Tag zuvor von Islamisten besetzt worden. Am Montag flog es in die Luft. Mindestens 110 Menschen starben, darunter auch Kinder.

Symbolbild
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(c) EPA (Nabil Mounzer)

Eine Explosion in einer jemenitischen Munitionsfabrik hat am Montag Dutzende Tote gefordert. Zuletzt berichtete die Nachrichtenagentur Reuters, dass mindestens 150 Menschen ums Leben gekommen sind. Noch seien aber nicht alle Opfer geborgen. Unter den Toten seien sich auch Frauen und Kinder.

Die Munitionsfabrik in Jaar im Süden des Landes war am Sonntag wie eine Präsidenten-Villa in der Stadt von bewaffneten und maskierten Islamisten besetzt worden. Sie hatten sich Kämpfe mit der Armee geliefert. Als die "Jihadisten" abgezogen waren und am Montag Anwohner auf das Fabriksgelände in der Ortschaft Al-Hisn kamen, ereignete sich die Explosion.

Nach Augenzeugenberichten waren kurz zuvor Einheimische in die Fabrik eingestiegen, um Waffen zu stehlen. Auf dem Areal gelagertes Patronenpulver soll sich dann entzündet haben, berichtet die Nachrichten-Website "Marib Press".

Jihadisten dringen in Präsidenten-Villa ein

Laut "Marib Press" versuchten Jihadisten auch eine Zementfabrik in Abyan unter ihre Kontrolle zu bringen. Dort seien sie von Angehörigen der lokalen Stämme aber aufgehalten worden, hieß es.

Die Extremisten nutzen nach Informationen jemenitischer Medien den seit Wochen andauernden Machtkampf zwischen Präsident Ali Abdullah Saleh und seinen Gegnern aus, um ihren Einflussbereich zu vergrößern. Vor diesem Szenario warnen US-Terrorismusexperten schon seit längerer Zeit. Der Jemen gehört zu den wichtigsten Rückzugsländern des Terror-Netzwerks al-Qaida.

(APA/Red.)

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