EU-Kritiker Strache setzt sich für serbischen EU-Beitritt ein

Strache bemüht sich seit einiger Zeit um die Stimmen in Österreich lebender Serben und geht eine Partnerschaft mit der Fortschrittspartei des gewandelten Nationalisten Tomislav Nikolić ein.

(c) EPA (ROLAND SCHLAGER)

Wien/Hd/Apa. Das ging ja gerade nochmal gut. Als „Heimatpartei“ plakatiert sich die FPÖ, doch ihrem serbischen Gast Tomislav Nikolić hätte sie fast die „falsche“ Heimat zugeschrieben: „CRO“ für Kroatisch stand auf dem Schild, das den Kanal für die Übersetzung anzeigte. Im letzten Moment wurde das Schild getauscht.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hielt ein Plädoyer für eine EU-Perspektive Belgrads: „Nur eine Einbindung Serbiens garantiert Stabilität in der Region.“ Widerspruch zu seiner notorischen EU-Kritik wollte er darin keinen sehen. In der Kosovo-Frage sei die FPÖ die einzige österreichische Partei an Serbiens Seite. „Kosovo ist das Herz Serbiens“, zitierte Strache einen im Land verbreiteten Spruch. Den in Wien lebenden Serben streute er Rosen, und Nikolić stand nicht an, sich zu revanchieren: „Wenn die FPÖ Österreich führt, werden die Serben in Wien sich wie im eigenen Land fühlen.“

Strache bemüht sich seit einiger Zeit um die Stimmen in Österreich lebender Serben. Eine wichtige Rolle spielt dabei sein Kontakt zu Tomislav Nikolić. Der einstige Anführer der stramm nationalistischen Radikalen Partei gibt sich mittlerweile proeuropäisch und gründete die Fortschrittspartei, die derzeit die Umfragen anführt. Für Mittwochabend stand die Unterzeichnung eines Partnerschaftsabkommens zwischen FPÖ und der Fortschrittspartei auf dem Programm.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.06.2011)

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