UN-Sicherheitsrat stimmt Aufnahme des Südsudan zu

Südsudan ist der erste Zugang in die Staatengemeinschaft seit fünf Jahren. Die UNO wird ab Donnerstag 193 Mitglieder umfassen.

UNO-Sicherheitsrat bestimmt Aufnahme des Südsudan einstimmig
UNO-Sicherheitsrat bestimmt Aufnahme des Südsudan einstimmig
(c) dapd (Michael Gottschalk)

Die Vereinten Nationen werden größer: Am Mittwoch hat das mächtigste Gremium der UNO, dessen Vorsitz Deutschland in diesem Monat hat, der Aufnahme des Südsudan per Akklamation geschlossen zu. Die Aufnahme des jüngsten Staates - der erste Zugang in die Staatengemeinschaft seit fünf Jahren - ist seit langem eine ausgemachte Sache. Formell wird die Aufnahme an diesem Donnerstag von der UNO-Generalversammlung beschlossen.

Noch am Tag der Unabhängigkeit des Südsudans am vergangenen Samstag hatte Präsident Salva Kiir per Brief UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon um Aufnahme in die "ehrwürdige Organisation" gebeten. Nach dem grünen Licht des Sicherheitsrats gilt auch die Zustimmung der Vollversammlung, die als "Parlament" der noch 192 Nationen am Donnerstag das letzte Wort hat, als sicher. Noch am selben Tag soll dann die vielfarbige Flagge des Südsudans am New Yorker East River wehen.

Aufnahme in UNO als Anerkennung

Für junge Staaten gilt es stets als größte Anerkennung, in die Weltgemeinschaft aufgenommen zu werden. Ein Selbstläufer ist das nicht. Das Kosovo zum Beispiel ist von nicht einmal der Hälfte der UNO-Mitglieder als unabhängiger Staat anerkannt. Auch die Republik China, besser bekannt als Taiwan, bemüht sich seit Jahrzehnten um einen UNO-Sitz, nachdem die Inselrepublik 1971 ihren an die kommunistische Volksrepublik verloren hatte. Die Aussichten sind für beide trübe.

50 Staaten unterzeichneten 1945 in San Francisco die Charta der Vereinten Nationen. Zuletzt trat vor fünf Jahren Montenegro bei, vier Jahre zuvor waren es Osttimor und die Schweiz. Mit dem Südsudan steigt die Zahl der UN-Mitglieder auf 193. Erster Gratulant zu dem "historischen Ereignis" war der deutsche Außenminister Guido Westerwelle: "Ich freue mich, dass der junge Staat die Verpflichtungen der UNO-Mitgliedschaft annimmt", sagte der Deutsche als Ratspräsident.

(APA)

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