EU-Gericht verurteilte vier Kosovo-Kriegsverbrecher

Vier frühere Kämpfer der Kosovarischen Befreiungsarmee wurden zu bis zu 15 Jahren Haft verurteilt. Sie sollen Zivilisten gefoltert haben.

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EUGericht verurteilte vier KosovoKriegsverbrecher
(c) AP (SANTIAGO LYON)

Ein EU-Gericht hat im Kosovo vier frühere Kämpfer der Kosovarischen Befreiungsarmee UCK wegen Kriegsverbrechen im Kosovo-Krieg 1998/99 zu bis zu 15 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht unter Vorsitz des britischen Richters Jonathan Welford-Caroll habe am Freitag die Kosovo-Albaner Haki Hajdari, Shaban Hoti, Riza Alija und Sabit Geci der Folterung von Zivilisten für schuldig befunden, erklärte die Menschenrechtsorganisation Humanitarian Law Centre (HLC) unter Berufung auf das Gericht.

Demnach habe Geci als Kommandant der UCK-Militärpolizei während des Kriegs mit Serbien gemeinsam mit den anderen Angeklagten in zwei UCK-Lagern in Albanien Zivilisten gefoltert.

Die Lager in Kukes und Cahan hätten eigentlich der Logistik, der Versorgung und der Ausbildung der UCK gedient, doch die vier Angeklagten hätten sie benutzt, um nicht am Krieg beteiligte Menschen zu foltern, urteilte das Gericht nach HLC-Angaben.

Nach der Unabhängigkeit des Kosovo im Februar 2008 gründete die Europäische Union die EULEX-Mission mit dem Ziel, den jungen Staat bei der Durchsetzung des Rechtsstaats zu helfen und seine Polizei-, Zoll- und Justizbehörden zu überwachen. EULEX hat zudem das Recht, Gerichtsverfahren an sich zu ziehen, die für die kosovarische Polizei und Justiz zu sensibel sind.

 

(Ag.)

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