Bundesheer-Vorauskommando im Kosovo eingetroffen

In den kommenden Tagen sollen mehr als hundert österreichische Soldaten in den Kosovo folgen. Sie werden das KFOR-Kontingent verstärken und operieren gemeinsam mit den Deutschen.

Bundesheer-Vorauskommando im Kosovo eingetroffen
Bundesheer-Vorauskommando im Kosovo eingetroffen
Bundesheer-Vorauskommando im Kosovo eingetroffen – Archivbild: Österreichische KFOR-Soldaten im Kosovo (c) AP (Ronald Zak)

Ein Vorauskommando der österreichischen Verstärkung für die KFOR-Truppe ist am Mittwoch im Kosovo eingetroffen. Wie der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Peter Barthou, m Donnerstag weiter mitteilte, werden in den nächsten Tagen über hundert österreichische Soldaten folgen. Sie sind Teil der "Operational Reserve Force" (ORF) der KFOR, die wegen der jüngsten Unruhen in dem Balkanland angefordert worden waren. Der Kommandant des österreichischen Truppenteils ist bereits mit dem Vorauskommando im Kosovo eingetroffen.

Im Kosovo sind rund 6000 Soldaten der KFOR aus 21 Staaten stationiert, davon 450 Österreicher. Nun werden insgesamt 150 Bundesheer-Soldaten in den Kosovo verlegt, die mit 550 deutschen Kollegen ein eigenes ORF-Bataillon bilden. Die Operational Reserve Force wurde vom Oberbefehlshaber der internationalen KFOR-Truppen, Generalmajor Erhard Bühler, zur Unterstützung der KFOR-Truppen angefordert. Anlass sind die jüngsten Unruhen an der kosovarisch-serbischen Grenze.

Vorbereitung gemeinsam mit Deutschen

Die österreichischen Soldaten treffen laut Barthou im zentralkosovarischen Suva Reka mit ihren deutschen Kollegen zusammen. Dort werde die gemeinsame Vorbereitung für den Einsatz stattfinden. Der Einsatzort sowie die genaue Einsatzdauer seien vorläufig unbekannt. Grundsätzlich würde der Einsatz bis zu drei Monaten dauern, die tatsächliche Dauer hänge aber von der Lage im Einsatzgebiet ab. Gegenwärtig schätze er die Lage als eher ruhig ein. Die Unruhen konzentrieren sich auf den serbisch dominierten Nordkosovo, der sich der Verfügungsgewalt der Behörden in Pristina zu entziehen sucht.

Im jüngst entflammten Streit um die Grenzkontrollen zwischen dem Kosovo und Serbien hält die Blockade der wichtigsten Verkehrswege weiterhin an. Die einheimischen Serben wollen die Blockade erst aufheben, wenn auch die Bürgermeister ihrer Gemeinden der gestern zwischen Belgrad und dem KFOR-Kommandanten Erhard Bühler erzielten Einigung zustimmen, meldete die Belgrader Nachrichtenagentur Tanjug. Die Kosovo-Regierung in Prishtina hatte das Übereinkommen allerdings bereits in der Nacht als inakzeptabel abgelehnt. Die Beratungen zwischen Bühler und dem kosovarischen Regierungschef Hashim Thaci sollen demnach am heutigen Donnerstag fortgesetzt werden.

Auslandseinsatz: Wo Österreichs Soldaten stationiert sind

Serbische Hilfslieferungen in den Nordkosovo

Unterdessen entsendet die serbische Regierung am Donnerstag humanitäre Hilfsgüter in den Nordkosovo, berichtet die Belgrader Nachrichtenagentur Tanjug. Dragan Radovanovic, Präsident des Roten Kreuzes Serbien, bestätigt gegenüber der Tanjug weitere Lieferungen im Laufe des Tages. Das Rote Kreuz ist für den Transport der Hilfsgüter verantwortlich. 75 Tonnen an Nahrungsmittel werden noch im Laufe des Nachmittags im Nordkosovo erwartet. Acht Tonnen an humanitären Hilfsgütern wurden bereits in den letzten Tage in die Gemeinde Kosovska Mitrovica gebracht.

(APA)

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