UN-Bericht: Angriff auf Gaza-Flotte legal, aber exzessiv

Der Bericht spricht zwar von "exzessiver und nicht angebrachter Gewalt", die Israelis hätten aber die Hilfsflotte stoppen dürfen, schreibt die New York Times. Bei der Konfrontation starben neun Personen.

Marmara Gaza Israel
Marmara Gaza Israel
Archivbild: Ein israelischer Soldat seilt sich auf ein Schiff der Gaza-Flotte ab – (c)AP (Anonymous)

15 Monate nach dem blutigen Überfall auf eine Gaza-Flotte im Mittelmeer hat ein UN-Bericht das israelische Vorgehen als legal eingestuft. Das berichtet die Zeitung "New York Times" am Donnerstagabend online. Sie habe eine Kopie des 105seitigen Berichts zugespielt bekommen. Das Büro des Sprechers von UN-Chef Ban Ki-moon sagte auf Anfragen, es sei nicht bekannt, wann das Dokument offiziell veröffentlicht wird.

Laut "New York Times" wirft die UN-Kommission, die von Ban mit den Ermittlungen beauftragt war, dem israelischen Militär lediglich exzessive und nicht angebrachte Gewalt gegen Passagiere der in der Türkei gestarteten Flotille vor. Bei der Konfrontation sind neun Aktivisten getötet worden. Die Flottille hatte Hilfsgüter und Spielsachen für die Palästinenser im besetzten Gaza-Streifen an Bord.

Der UN-Bericht war nach dem Zeitungsbericht bereits vor Monaten fertig, hieß es. Er sei aber mehrmals zurückgestellt worden, um Israel und der Türkei Gelegenheit zu geben, ihre durch den Vorfall angeschlagenen Beziehungen wieder zu verbessern. Laut "New York Times" ist die Türkei besonders unzufrieden mit der Schlussfolgerung des UN-Ausschusses, dass Israel nach internationalem Recht berechtigt war, die Flottille mit Kurs auf den Gazastreifen in internationalem Gewässer zu blockieren.

 

(Ag.)

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