Zu Guttenberg liest Politikern die Leviten

Gut acht Monate nach seinem Rückzug aus der deutschen Politik steht Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wieder in der Öffentlichkeit – mit neuem Job und neuem Äußeren.

Guttenberg liest Politikern Leviten
Guttenberg liest Politikern Leviten
Guttenberg – (c) Dapd (Dapd)

Halifax/Apa/Dpa. Der wegen einer Plagiatsaffäre zurückgetretene Ex-Verteidigungsminister nahm am Samstag als Vertreter einer US-Denkfabrik an einer Sicherheitskonferenz im kanadischen Halifax teil – bei der unter anderem US-Verteidigungsminister Leon Panetta und sein israelischer Amtskollege Ehud Barak sprachen.

Auf den ersten Blick war zu Guttenberg nur schwer zu erkennen: Die Haare sind nicht mehr nach hinten gegelt, die Brille fehlt. Es war der erste Auftritt des CSU-Politikers auf der politischen Bühne seit seinem Rücktritt Anfang März. Vor allem zur Plagiatsaffäre um seine Dissertation, die ihn seinen Doktortitel und den Ministerposten gekostet haben, schweigt er beharrlich. In seiner Rede stellte der deutsche Ex-Verteidigungsminister den europäischen Politikern ein schlechtes Zeugnis aus. Sie hätten die derzeitige Krise nicht im Griff und versäumten es, auf die Menschen zuzugehen. „Es ist nicht nur eine Eurokrise oder eine Schuldenkrise“, sagte zu Guttenberg am Samstag auf einer Sicherheitskonferenz in Kanada. „Es ist vor allem eine Krise des Verständnisses und eine Krise der politischen Führung. [...] Die Politiker erreichen die Öffentlichkeit nicht, sie erreichen die Menschen nicht.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.11.2011)

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