Mehrere Tote bei Anschlägen auf Kirchen in Nigeria

Bei bisher fünf Anschlägen auf katholische Kirchen kamen mehr als 25 Menschen ums Leben.

Symbolbild Anschlag Nigeria
Symbolbild Anschlag Nigeria
Symbolbild Anschlag Nigeria – Sunday Alamba

In Nigeria hat es am Christtag mehrere Anschläge auf Kirchen mit vielen Todesopfern gegeben. Bei einem Anschlag auf eine katholische Kirche im Vorort Madalla der nigerianischen Hauptstadt Abuja starben nach Angaben eines Priesters 27 Menschen. Der britische Sender BBC berichtet unter Berufung auf Behörden von zumindest 25 Opfern.

In Folge der Detonation in Madalla gab es vier weitere Detonationen in verschiedenen Landesteilen. Bomben trafen Kirchen in der nordöstlichen Stadt Gadaka und dem zentralnigerianischen Jos. In Jos soll laut BBC ein Mensch getötet worden sein. In der nördlichen Stadt Damaturu gab es zwei Explosionen im Stadtzentrum, über Opfer war zunächst nichts bekannt. Die Stadt gilt als Konfliktherd.

Sekte bekennt sich zu Anschlag

Zu dem Anschlag in Madalla bekannte sich die islamistische Sekte Boko Haram. Nigerianische Medien und die BBC berichteten, die Gruppe habe die Verantwortung für die Bombenattacke übernommen. Zuvor war es erneut zu schweren Gefechten zwischen Regierungsgruppen und den Islamisten im Nordosten des Landes gekommen.

Der Vatikan verurteilte die Anschläge aufs Schärfste. Das Attentat am Weihnachtstag zeuge erneut "von der Grausamkeit eines blinden und absurden Hasses, der keinerlei Respekt vor dem menschlichen Leben hat", erklärte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi in Rom. Den Attentätern gehe es darum, noch mehr Hass zu schüren.

Zahlreiche Anschläge in der Vergangenheit

In den vergangenen Monaten wurde Boko Haram für eine Reihe von Überfällen und Anschlägen auf Christen und westliche Einrichtungen in Nigeria verantwortlich gemacht. Im August hatte sich die Gruppe zu einem Selbstmordanschlag auf das UNO-Quartier bekannt, bei dem 23 Menschen getötet und 76 verletzt worden waren. Seitdem gehen die nigerianischen Sicherheitskräfte verstärkt gegen die Islamisten vor.

Boko Haram strebt die Errichtung eines islamischen Staates im Norden Nigerias an. Ihr Name bedeutet "Die westliche Lehre ist Sünde". Nigeria ist mit etwa 150 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Im Süden leben hauptsächlich Christen, im Norden Muslime.

 

(APA)

Kommentar zu Artikel:

Mehrere Tote bei Anschlägen auf Kirchen in Nigeria

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen