"Faschistischer Irrer": Nordkorea beleidigt Präsidenten

Die neue Führung in Nordkorea hat den Präsidenten Südkoreas, Lee Myung Bak, massiv beleidigt. Der Grund: Südkorea will seine Verteidigungsstellung gegen das Nachbarland stärken.

SOUTH KOREA LEE NEW YEAR ADDRESS
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Südkoreas Präsident Lee Myung Bak – (c) EPA (Yonhap)

In Korea stehen die Zeichen erneut auf Konfrontation: Nordkorea beleidigte am Mittwoch Südkoreas Präsident Lee Myung Bak. Er sei ein "proamerikanischer faschistischer Irrer" und der "Häuptling der Übel", hieß es aus Pjöngjang. Der Grund für die Verbal-Attacken ist offenbar die Entscheidung Lees, Südkoreas Truppen in höchste Alarmbereitschaft zu versetzen. Die nordkoreanischen Streitkräfte würden Südkorea zu diesem Schritt geradezu zwingen, lautete die Begründung seitens des Komitees für die friedliche Wiedervereinigung Koreas. Das berichtete "Spiegel Online" unter Berufung auf die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch.

Die harte Beschimpfung stellt jedoch keinen Einzelfall dar: Lee hatte im Jahr 2008 - kurz nach seinem Amtsantritt - die bedingungslosen Hilfslieferungen an den verarmten Norden eingestellt. Seither wurde er immer wieder zum Opfer heftiger Kritik durch nordkoreanische Behörden.

Südkorea hat Mittwoch verkündet, künftig mit seinem Bündnispartner USA für den Fall militärischer Aggressionen aus dem Norden besser gewappnet zu sein. Das Verteidigungsministerium in Seoul kündigte an, im Januar einen gemeinsamen Einsatzplan zur wirksamen Abwehr militärischer Provokationen durch das Nachbarland zu unterzeichnen. Auch soll die Zahl der gemeinsamen Militärübungen erhöht werden, um den Plan für den Fall der Fälle auch umsetzen zu können.

Der Grund: "Die Gefahr einer Provokation durch Nordkorea bleibt eine konstante Möglichkeit, da Kim Jong-un noch dabei ist, sein Regime zu festigen." Ziel müsse es sein, so stark gegen die Quelle der Bedrohung zurückschlagen zu können, dass der Gegner von weiteren Angriffen abgehalten werde.

(Ag./Red.)

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