Russland bescheinigt Iran "Willen zu Verhandlungen"

Russlands Außenminister Lawrow kritisiert Sanktionen gegen den Iran. Das Land habe das Recht auf eine friedliche Nutzung der Nukleartechnologie. In Wien finden Gespräche mit iranischen Vertretern statt.

Archivbild: Russlands Außenminister Sergej LAWROW
Archivbild: Russlands Außenminister Sergej LAWROW
Archivbild: Russlands Außenminister Sergej LAWROW – (c) EPA (Sergei Ilnitsky)

Moskau gibt dem Iran im Atomstreit erneut Rückendeckung. Außenminister Sergej Lawrow bescheinigte dem Iran, "ernsthaft an der Fortsetzung der Verhandlungen mit dem Westen interessiert" zu sein. Das berichtet der TV Sender "PressTV". Zudem attestierte Lawrow der iranischen Führung "natürlich das Recht auf eine friedliche Nutzung der Nukleartechnologie".

Gleichzeitig forderte er die Führung in Teheran auf, dem Westen bei den am 18. und 19. in Moskau anstehenden Verhandlungen zwischen der sogenannten 5 plus 1 Gruppe (Russland, China, Frankreich, USA, Frankreich plus Deutschland) entgegenzukommen. "Wir warten darauf, dass der Iran den ersten Schritt tut".

Die Sechsergruppe wäre ihrerseits bereit, "das mit Gegenseitigkeit zu beantworten und dem Iran auch mit entsprechenden Schritten entgegenzukommen". Vor allem sei ein Verzicht auf weitere Sanktionen sowie ein Einfrieren der bereits verhängten Strafmaßnahmen gemeint, sagte Lawrow. Er ging damit direkt auf die Hauptforderung der Iraner ein.

Sanktionen sind "kontraproduktiv"

Der Chefdiplomat kritisierte einmal mehr die geltenden Iran-Sanktionen als "absolut kontraproduktiv". Diese Strafmaßnahmen "untergraben unsere kollektiven Anstrengungen. Wir sind gegen weitere einseitige Zwangsmaßnahmen".

Indes ringt die internationale Atomenergiebehörde (IAEA) am Freitag in Wien weiter um eine Einigung mit dem Iran. Der Iran soll ein Abkommen zur besseren und transparenteren Zusammenarbeit unterzeichnen. Das Dokument legt die Bedingungen fest, unter denen Teherans Führung den IAEA-Kontrolloren Zugang zu seinen Atom-Anlagen und Dokumenten gewährt.

Zugang zu Parchin als Schlüsselfrage

Hauptstreitpunkt bei den laufenden Verhandlungen sind effiziente Kontrollen der Militäranlage Parchin. Der Iran hat der Behörde bisher den Zugang zu dieser Anlage verwehrt. Innerhalb der Behörde besteht der Verdacht, dass der Iran ein taktisches Spiel auf Zeit betreibt und eine Einigung hinauszögert. Er soll sich damit genügend Zeit verschaffen wollen, um bei der verdächtigen Anlage Säuberungsarbeiten durchführen zu können. Die Verhandlungen sollen bis in die Nachmittagsstunden andauern.

(Ag.)

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