Vorstoß: Grenzüberschreitendes Telefonieren ohne Aufschlag

Das Europaparlament befasste sich erstmals mit der Abschaffung von Auslandstarifen in der EU.

Schließen
(c) REUTERS

Brüssel. „Von Linz nach München telefonieren muss dasselbe kosten wie von Linz nach Wien. Es gibt keine technische Rechtfertigung dafür, dass das teurer sein soll. Es ist auch nicht mehr zeitgemäß“, sagt ÖVP-Europaabgeordneter Paul Rübig. Er setzte sich am Montag im Binnenmarktausschuss des Europaparlaments für eine Abschaffung von Auslandstarifen innerhalb der EU ein. Damit soll das mobile Telefonieren nach der bereits erfolgten Abschaffung von Roaminggebühren für Konsumenten innerhalb des Binnenmarktes günstiger und einheitlich werden.

Für Rübig sind Aufschläge für grenzüberschreitende Telefonate ein Widerspruch zum gemeinsamen Binnenmarkt, in dem jedes Unternehmen, jeder Bürger unabhängig vom Ort die gleichen Rechte und Bedingungen vorfinden sollte. „Damit jeder von der Digitalisierung profitiert, brauchen wir den digitalen Binnenmarkt mit europaweitem Wettbewerb und effizienten Netzen.“

Nach der erwarteten Zustimmung im Binnenmarktausschuss müssen noch der Industrieausschuss des Europaparlaments und das Plenum seinen Sanktus geben. Kommt dies zustande, kann das EU-Parlament den Druck auf die EU-Kommission erhöhen, eine Abschaffung der Auslandstarife gesetzlich zu forcieren.

Wie bei der Abschaffung von Roaminggebühren ist auch bei den Auslandstarifen mit Widerstand einzelner Mitgliedstaaten zu rechnen. Das Ende der Aufschläge würde ein Tor für grenzüberschreitende Angebote von Telekomanbietern öffnen. (wb)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.09.2017)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen
    Meistgekauft
      Kommentar zu Artikel:

      Vorstoß: Grenzüberschreitendes Telefonieren ohne Aufschlag

      Schließen

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.