EU zieht Konsequenzen aus Eier-Skandal

Landwirtschaftsminister Rupprechter fordert rascheres Schnellwarnsystem.

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(c) APA/AFP/Belga/KRISTOF VAN ACCOM

Tallinn. Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) hat beim EU-Agrarministertreffen in Estland zum Fipronil-Skandal eine Verbesserung des EU-Schnellwarnsystems gefordert. Bei ihrem Treffen in der estnischen Hauptstadt Tallinn wurden die Minister vom zuständigen EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis über die aktuelle Lage im Eier-Skandal informiert, ebenso auch von den hauptbetroffenen EU-Mitgliedstaaten Deutschland, Belgien und den Niederlanden. „Es hat sich ganz klar gezeigt, dass hier kriminelle Machenschaften begangen worden sind, und die jeweiligen Staatsanwaltschaften sind auch entsprechend eingeschaltet worden“, so Rupprechter.

 

Zwei Wochen gewartet

Bei dem Treffen wurde das bisherige EU-Schnellwarnsystem kritisiert. In den Niederlanden waren Behörden nämlich schon 2016 informiert worden, dass Fipronil illegal in Ställen eingesetzt werde. Nachdem in Belgien in Eiern Fipronil nachgewiesen worden war, dauerte es dann noch einmal mehr als zwei Wochen, bis am 20. Juli über das EU-Schnellwarnsystem RASFF auch die anderen Mitgliedstaaten informiert wurden.

Als Konsequenz hat EU-Kommissar Andriukaitis nun die Gesundheitsminister für den 26. September nach Brüssel eingeladen, um dort zu erörtern, wie das EU-Schnellwarnsystem verbessert werden kann. Rupprechter fordert aber auch Konsequenzen über den Fipronil-Skandal hinaus. Es müsse über die Ursachen solcher Entwicklungen nachgedacht werden. „Es ist auch ein Phänomen der Massentierhaltung und ich habe klar gesagt, dass man über diese intensiven Haltungssysteme nachdenken muss, die offensichtlich zu einem Kostendruck führen.“ (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.09.2017)

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