Brüssel will bessere Tests für Lebensmittel

Beschwerden in Osteuropa über schlechtere Markenqualität ziehen aber keine neuen Gesetze nach sich.

Ist Hühner- statt Schweinefleisch in den osteuropäischen Fertigwürsteln?
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Ist Hühner- statt Schweinefleisch in den osteuropäischen Fertigwürsteln?
Ist Hühner- statt Schweinefleisch in den osteuropäischen Fertigwürsteln? – (c) Bilderbox

Brüssel. Weniger Kakao in der Nutella, weniger Fisch in den Fischstäbchen, Hühner- statt Schweinefleisch in den Fertigwürsteln: seit Jahren klagen Verbraucher in osteuropäischen Staaten darüber, dass dieselben Produkte westlicher Lebensmittelkonzerne bei ihnen zu Hause von geringerer Qualität sind als im Westen. Im Frühjahr gelang es dem slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico, dieses Thema auf die Tagesordnung eines Europäischen Gipfeltreffens zu bringen. Jean-Claude Juncker, Präsident der Kommission, kritisierte die Qualitätsunterschiede vor zwei Wochen in seiner Rede zur Lage der Union und warnte davor, dass sich viele Europäer als „Verbraucher zweiter Klasse“ fühlten.

Doch wie erwartet schlägt die Kommission keine neuen europäischen Vorschriften vor, um dieses Problem zu lösen. Die für Justiz, Verbraucherschutz und Gleichstellung zuständige Kommissarin Věra Jourová verwies am Dienstag auf bestehende EU-Gesetze, allen voran die Richtlinie gegen unlautere Geschäftspraktiken und die Verordnung über die Information der Verbraucher über Lebensmittel, mit denen solche Missstände zu bekämpfen seien. „Meine Philosophie ist, dass die Verbraucher gut informierte Entscheidungen treffen können“, sagte Jourová. Um besser Daten zur Lebensmittelqualität zu erhalten, stellt die Kommission ihrem Forschungszentrum eine Million Euro für die Entwicklung einer Testmethodik zur Verfügung. Eine weitere Million geht an die Mitgliedstaaten, um Studien über die Durchsetzung dieser Vorschriften zu erstellen. (GO)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.09.2017)

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