Schwere Vorwürfe gegen Libyens Küstenwache

Libysches Personal ging mit Knüppeln auf Flüchtlinge los.

Nach einem Schiffbruch vor der libyschen Küste am Montag, bei dem laut Augenzeugen mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen sind, werden schwere Vorwürfe gegen die libysche Küstenwache erhoben. Das Personal der libyschen Küstenwache sei brutal gegen die Flüchtlinge vorgegangen, viele Migranten seien ertrunken, berichteten Überlebende.

Der Rettungseinsatz geriet beim Unfall der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch und einem Boot der libyschen Küstenwache außer Kontrolle, wie von italienischen Medien veröffentlichte Bilder zeigten. "Die Libyer haben unseren Rettungseinsatz, wie sie nur konnten, erschwert. Sie haben uns sogar mit Kartoffeln beworfen", berichtete der italienische Helfer Gennaro Guidetti, der sich an Bord des Schiffes von Sea Watch befand.

Dutzende ins Wasser gesprungen udn ertrunken

Im Gespräch mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" berichtete Guidetti, dass Flüchtlinge, die an Bord des Bootes der libyschen Küstenwache genommen wurden, brutal mit Knüppeln geschlagen wurden. Viele von ihnen seien ins Wasser gesprungen, um das Schiff der deutschen Helfer zu erreichen. Dabei seien Dutzende Menschen ertrunken. "Dieser Anblick war herzzerreißend. Schuld daran sind wir Italiener und wir Europäer, die die libysche Küstenwache finanzieren", betonte Guidetti.

Von der Tragödie hatten am Montag zuerst die Seenotretter von Sea-Watch berichtet, die von der italienischen Küstenwache zu den Migranten in Seenot geschickt worden war. 58 Überlebende des Schiffes konnten in Pozzallo auf Sizilien ans Land gehen, 45 weitere wurden nach Libyen zurückgeführt. Fünf Tote wurden geborgen. Die Polizei im sizilianischen Ragusa sprach sogar von rund 50 Toten.

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