„Brexit ist nicht nationalistisch, er öffnet Briten die Welt“

Großbritannien. Außenminister Boris Johnson will die Befürchtungen der EU-Befürworter verstanden haben.

Boris Johnson.
Schließen
Boris Johnson.
Boris Johnson. – (c) APA/AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS (DANIEL LEAL-OLIVAS)

London. In der ersten einer Reihe von Reden führender britischer Regierungsvertreter über den „Weg zum Brexit“ hat sich Außenminister Boris Johnson am Mittwoch bemüht gezeigt, auf die Sorgen von EU-Befürwortern einzugehen. Der britische Austritt aus der Union zum 31. März 2019 sei „Grund für Hoffnung, nicht für Angst“, erklärte Johnson. „Der Brexit ist nicht nationalistisch. Es geht darum, den Briten die Welt zu öffnen.“

In seiner Rede ging Johnson, einer der Verantwortlichen für den Brexit, auf die Sorgen jener 48 Prozent ein, die im Juni 2016 für den Verbleib in der EU gestimmt hatten. „Unser Bekenntnis zur Verteidigung Europas ist bedingungslos und unverrückbar“, trat er Befürchtungen über eine Verschiebung des geostrategischen Gleichgewichts entgegen. Ebenso wenig würde das Interesse der Briten am europäischen Festland künftig abkühlen. „Wir werden weiter mit Billigfliegern zu Polterabenden in historische Städte kommen“, sagte Johnson. Als dritte Befürchtung identifizierte Johnson die Sorge um wirtschaftliche Nachteile aufgrund des Brexit. Er wies dies mit dem Hinweis zurück, dass die Weltwirtschaft stärker wachse als der EU-Durchschnitt und Großbritannien „weiterhin offen für Talente aus aller Welt bleiben“ wolle.

 

Kontrolle wieder gewinnen

Allerdings habe man mit der Brexit-Entscheidung „nach 20 Jahren unkontrollierter Einwanderung“ dazu entschlossen „die Kontrolle wieder zu übernehmen“. Eine weitere Gültigkeit von EU-Vorschriften nach dem Austritt wäre daher „inakzeptabel“ und „undemokratisch“. Ein neues Referendum schloss er aus.

Als nächstes wird am Samstag auf der Münchener Sicherheitskonferenz eine Erklärung von Premierministerin Theresa May erwartet. Weitere Reden sollen den Briten in den nächsten Wochen zeigen, wohin die Richtung geht. Ein Hinweis ist dabei schon gefallen: Schatzkanzler Philip Hammond und Innenministerin Amber Rudd, die beiden Wortführer eines möglich sanften Brexit, dürfen sich nicht äußern. (gar)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.02.2018)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      „Brexit ist nicht nationalistisch, er öffnet Briten die Welt“

      Schließen

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.