So schwierig ist eine freiwillige Aufteilung von Flüchtlingen

Nur mühsam werden in der EU 450 in Sizilien gelandete Menschen freiwillig übernommen.

Italienische Beamte nehmen die Personalien von Migranten in Rom auf.
Italienische Beamte nehmen die Personalien von Migranten in Rom auf.
Italienische Beamte nehmen die Personalien von Migranten in Rom auf. – REUTERS/Yara Nardi

Rom. Die freiwillige Übernahme von Asylwerbern innerhalb der EU als Gegenmodell zu einem Aufteilungsschlüssel funktioniert derzeit eher schlecht als recht. Das belegt die organisierte Aufnahme von 450 Personen, die am Montag im sizilianischen Hafen Pozzallo gelandet waren. Auf Druck Italiens erklärten sich vorerst sechs EU-Länder – Deutschland, Malta, Frankreich, Spanien, Portugal und Irland – bereit, Bootsflüchtlinge aufzunehmen. 180 blieben ohne Zusage in Italien.

Die EU-Kommission zeigt zwar Verständnis für die italienische Forderung nach mehr Solidarität bei der Übernahme von Asylwerbern, ist aber skeptisch, ob die freiwillige Aufteilung funktioniert. Eine Lösung wie jene für die in Pozzallo gelandeten Flüchtlinge sei langfristig nicht möglich, so Kommissionssprecher Margaritis Schinas.

Wenig Verständnis zeigt Brüssel auch für die Forderung von Italiens Innenminister Matteo Salvini, Libyen generell als sicheren Landehafen für Migranten zu betrachten. Libyen sei nicht sicher, betonte EU-Kommissionssprecherin Natasha Bertaud. Die italienische Regierung will weiterhin Schiffen mit geretteten Migranten die Einfahrt in ihre Häfen verwehren. Bisher betraf dies nur private Rettungsschiffe.


[OMFFP]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.07.2018)

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