Warum die Briten nach dem Brexit auf keine Sonderbehandlung hoffen können

Die EU stellt klar, dass britische Finanzfirmen nach dem Brexit nicht automatisch besser behandelt werden als die Konkurrenz aus Übersee. Dem ging eine Auseinandersetzung voraus, die symptomatisch für die Hauptprobleme der Brexit-Verhandlungen ist.

Für Großbritannien ist die City of London ein Goldesel.
Für Großbritannien ist die City of London ein Goldesel.
Für Großbritannien ist die City of London ein Goldesel. – REUTERS

London/Brüssel. Für Großbritannien ist die City of London ein Goldesel. Mit umgerechnet knapp 90 Mrd. Euro pro Jahr steuert die Finanzbranche rund elf Prozent des gesamten britischen Steueraufkommens bei. Und nachdem die EU ein wichtiger Kunde der Banker in der City ist, waren in London die Sorgen groß, der EU-Austritt Großbritanniens würde das Erfolgsmodell nachhaltig beschädigen. An dieser wichtigen Brexit-Nebenfront gab es zu Beginn der Woche ein Aufatmen.

Nach einem Bericht der „Financial Times“ hat sich Michel Barnier, der Chefverhandler der EU-Kommission, konziliant gezeigt und seine Ablehnung der aus London kommenden Vorschläge bezüglich des Zugangs zum EU-Markt für britische Finanzunternehmen abgeschwächt. Und zwar, weil die Briten klargestellt haben, dass sie – anders als von der EU-Seite verstanden – kein unabhängiges Schiedsgericht fordern, die für eventuelle Streitigkeiten nach dem Brexit zuständig sein sollte. Darüber, ob und zu welchen Bedingungen britische Banken und Fonds am EU-Binnenmarkt aktiv sein dürfen, soll demnach einzig und allein die EU zuständig sein.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.08.2018)

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