100.000 Euro für EU-Universitäten

Bildungsminister Faßmann erwartet bis zu zehn heimische Bewerber.

Heinz Faßmann.
Heinz Faßmann.
Heinz Faßmann. – (c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)

Brüssel. Die Bundesregierung hofft, dass fünf bis zehn österreichische Hochschulen sich um die Teilnahme am neuen EU-Projekt der European Universities beteiligen werden. Für die Erstellung der Bewerbungen dafür stellt das Bildungsministerium 100.000 Euro an Förderungen zur Verfügung, sagte Minister Heinz Faßmann im Gespräch mit der „Presse“.

„Die Unis müssen jetzt zur strategischen Entscheidung kommen: Welche der bestehenden Netzwerke sind am erfolgversprechendsten?“, fügte Faßmann hinzu. Schon derzeit arbeiteten Österreichs Hochschulen vielfach mit ausländischen Universitäten zusammen: „Sie fangen also nicht bei null an.“ Worin liegt also der Mehrwert der EU-Universitäten, worunter man Netzwerke von jeweils zumindest drei Hochschulen aus drei verschiedenen Mitgliedstaaten zu verstehen hat? „Für mich ist der entscheidende Unterschied, dass die Verbindlichkeit bei den europäischen Universitäten ein anderes Ausmaß annehmen müsste. Das sollte schon ein signifikanter Sprung sein“, erklärte Faßmann. Ziel seien „gemeinsame Studiengänge, welche auch zu einem gemeinsamen Diplom führen müssen“. Für die Studenten müsse Sicherheit bestehen: „Wenn ich mich innerhalb der European University bewege, habe ich nur Vorteile, keine Nachteile.“

 

„Die Besten der Welt werden“

Diese Idee einer Verdichtung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der nationalen Universitäten geht auf Frankreichs Staatspräsidenten, Emmanuel Macron, zurück. Er hatte im September vorigen Jahres in seiner Rede an der Sorbonne zu ihrer Schaffung aufgerufen. Die Europäische Kommission hat diese Idee fast unverändert übernommen und fördert die Gründung von sechs solchen Netzwerken im laufenden Haushaltsjahr mit 30 Millionen Euro. Bis zum Jahr 2024 erhofft sie sich zumindest 20 EU-Universitäten.

Die erste Ausschreibungsfrist dafür läuft bis Ende Februar 2019. Welche heimischen Hochschulen sich bewerben, hält das Ministerium angesichts der laufenden Frist unter Verschluss. Jedenfalls stünden 10.000 Euro Förderung für die einfache Teilnahme an einem Projekt zur Gründung einer EU-Uni bereit und bis zu 20.000 Euro, wenn eine österreichische Hochschule eine solche Bewerbung führend koordiniert.

Wäre er Universitätsrektor, würde er eher auf inhaltliche Kriterien als auf die geografische Verteilung möglicher Partneruniversitäten schauen, sagte Faßmann. Das wissenschaftspolitische Ziel ist jedenfalls sehr hoch gesteckt: „Perspektivisch sollten die europäischen Universitäten die besten der Welt werden.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.11.2018)

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