Facebook schließt 23 Seiten wegen Fake News

Die italienischen Seiten verbreiteten Falschinformationen mit rassistischen und antisemitischen Slogans und hatten mehr Follower als die Facebook-Seiten der beiden italienischen Regierungsparteien.

Vor den EU-Parlamentswahlen startet Facebook eine Offensive gegen Fake News. Das Sozialnetzwerk von Mark Zuckerberg hat 23 italienische Facebook-Seiten mit politischen Inhalten und 2,46 Millionen Followern geschlossen. Dabei handelt es sich um Seiten, die die italienischen Regierungsparteien Lega und Fünf Sterne unterstützten, wie italienische Medien am Montag berichteten.

Auf den geschlossenen Seiten waren zuletzt wiederholt falsche Informationen über Impfungen und rassistische oder antisemitische Slogans erschienen, berichtete Facebook. Das soziale Netzwerk schloss die Seiten nach Anzeigen des US-Online-Netzwerks Avaaz, das sich gegen die Verbreitung von Fake News im Internet einsetzt.

"Wir bemühen uns, die Integrität der Wahlen in der EU und auf der ganzen Welt zu schützen. Wir haben eine Reihe gefälschter Accounts gelöscht, die unsere Politik in Sachen Authentizität verletzten", schrieb Facebook.

Die 23 geschlossenen Seiten zählten mehr Followers als die offiziellen Seiten der Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung zusammen. Auf den Seiten wurden unter anderem falsche Aussagen von Prominenten veröffentlicht.

Avaaz hat in Italien weitere 80 Seiten identifiziert, die Fake News verbreiten. Das US-Netzwerk fordert von Facebook weitere Kontrollen zur Bekämpfung von Desinformation.

Kommissarin warnt vor Manipulation durch Russland

Knapp zwei Wochen vor der Europawahl hat EU-Justizkommissarin Vera Jourová vor Wahlmanipulation insbesondere durch Russland gewarnt. "Wir dürfen nicht zulassen, dass auch nur in einem Mitgliedstaat die Wahlergebnisse durch Manipulation verfälscht werden. Nicht nur, aber auch, weil diese Wahlen Schicksalswahlen für Europa sind", sagte Jourová gegenüber deutschen Medien.

Organisierte Desinformationskampagnen aus dem Ausland zielten darauf ab, existierende Polarisierungen in der Gesellschaft aufzugreifen und zu verstärken, erklärte die tschechische Politikerin demnach den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Montagsausgaben). "Das macht es schwer, sie zu erkennen. Wir erleben ein digitales Wettrüsten. Europa muss sich darauf einstellen."

(APA)

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