Der Brexit war ihr Schicksal

Die scheidende Premierministerin Theresa May wollte „brennende Ungerechtigkeiten“ bekämpfen. Doch dafür fehlten ihr Mittel und Wege.

Theresa May: „Ich werde es immer zutiefst bedauern, dass ich nicht in der Lage war, den Brexit umzusetzen.“
Theresa May: „Ich werde es immer zutiefst bedauern, dass ich nicht in der Lage war, den Brexit umzusetzen.“
Theresa May: „Ich werde es immer zutiefst bedauern, dass ich nicht in der Lage war, den Brexit umzusetzen.“ – (c) APA/AFP/ADRIAN DENNIS (ADRIAN DENNIS)

Die Liste der Erfolge der scheidenden britischen Premierministerin Theresa May ist kurz. Ihre Hauptaufgabe, wie sie in ihrer Rückzugsrede einräumte, hat sie verfehlt: „Ich werde es immer zutiefst bedauern, dass ich nicht in der Lage war, den Brexit umzusetzen.“ Für ihr beim Amtsantritt vor drei Jahren gegebenes Versprechen, sie wolle die „brennenden Ungerechtigkeiten“ in der britischen Gesellschaft adressieren, blieb im Dauerstreit um den EU-Austritt weder Zeit noch Raum. Wenn es ein Erbe ihrer Regierungszeit gibt, dann wohl: Die britische Wirtschaft scheint robuster als Experten glauben.

Entgegen aller Prognosen stürzte das Brexit-Votum vom Juni 2016 die Wirtschaft nicht in die Rezession. Nach 0,3 Prozent Wachstum im vierten Quartal 2018 beschleunigte sich die Konjunktur Anfang des Jahres auf 0,5 Prozent. Mit Blick auf das Brexit-Chaos meinte Schatzkanzler Philip Hammond: „Die Wirtschaft hat den Herausforderungen standgehalten.“ Die für 2019 prognostizierten 1,2 Prozent Wachstum wird man erreichen. Doch der Schein trügt.

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