EU-Topjobs: Die genannten Personen im EU-Personalkarussell

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Sie ist eine der 28 EU-Staats- und Regierungschefs, die in Brüssel heute erneut zusammenkommen, um den Personalknoten zu lösen. Übergangskanzlerin Brigitte Bierleins Credo: geografische und Gender-Diversität. Beim G20-Gipfel hatten Frankreich und Deutschland ein Personalpaket für die Topjobs paktiert, das vielen Ländern gar nicht schmeckte. Und so mussten neue Namen her.

Nun liegt ein neues Personalpaket auf dem Tisch, das noch vom EU-Parlament bestätigt werden muss. Ob das passiert, bleibt ein kleines Frazeichen.

(c) APA/BUNDESKANZLERAMT/ANDY WENZEL (ANDY WENZEL)
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Ursula Von der Leyen (Deutschland)

Parteifamilie: Europäische Volkspartei (EVP)

Im Gespräch für: EU-Kommissionspräsidentin

Sie ist also die Kompromisskandidatin für den Topjob, seit Frans Timmermans aus dem Rennen ist. Die EU-Staats- und Regierungschefs haben sie im Personalpaket mit den folgenden Herren abgenickt. Von der Leyen hat Regierungserfahrung und war zuletzt im deutschen Verteidigungsministerium eher angezählt - eine Krise jagte die nächste. Eine gute Gelegenheit für einen Schauplatzwechsel. Ihren Namen brachte angeblich Emmanuel Macron ins Spiel. Und mit ihr konnten auch die Visegrád-Staaten und Italien leben. Sie wäre die erste Frau in diesem hohen Amt.

Ein Problem könnte noch das EU-Parlament werden, das ursprünglich angekündigt hatte, nur einen Spitzenkandidaten einer der Fraktionen als EU-Kommissionschef zu akzeptieren.

(c) APA/AFP/dpa/SWEN PFORTNER (SWEN PFORTNER)
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Charles Michel (Belgien)

Parteifamilie: Liberale (Alde)

Im Gespräch für: EU-Ratspräsident

Er hat Regierungserfahrung und künftig auch viel Zeit für seinen neuen Job. Denn Regierungschef von Belgien wird er nicht bleiben, bzw. ist er nur noch als Überganschef. Charles Michel wird als Liberaler künftig Ratspräsident werden und somit die Koordination der Staats- und Regierungschefs übernehmen. Er beerbt damit den Polen Donald Tusk.

(c) REUTERS (POOL)
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Josep Borell (Spanien)

Parteifamilie: Europäische Sozialdemokraten (SDE)

Im Gespräch für: EU-Außenbeauftragter

Er war der Joker der Sozialdemokraten. Als amtierender spanischer Außenminister hat er die nötige Erfahrung für den Job des Chefverhandlers in allen außenpolitischen Belangen. Er folgt Federica Mogherini nach.

REUTERS
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Christine Lagarde (Frankreich)

Parteifamilie: Europäische Volkspartei (EVP)

Im Gespräch für: EZB-Chefin

Lagarde - derzeit Chefin des Internationalen Währungsfonds - wird immer wieder genannt, wenn EU-Jobs zu besetzen sind. Nun wird sie die oberste Hüterin der Europäischen Zentralbank und bleibt ihrem Metier treu. Sie wäre auch eine mögliche Kommissionspräsidentin geworden.

(c) APA/AFP/JOHN THYS (JOHN THYS)
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David Sassoli (Italien)

Parteifamilie: Europäische Sozialdemokraten

Gewählt als EU-Parlamentspräsident

Ursprünglich hatte es geheißen ein Kandidat aus Osteuropa solle die erste Amtszeithälfte EU-Parlamentspräsident werden, doch daraus wurde nicht. So wurde der Sozialdemokrat Sassoli in das Amt gewählt, sogar gleich im zweiten Wahldurchgang. Ein kleines Anzeichen, dass das Parlament den eingeschlagenen Personalweg der Staats- und Regierungschefs mitgehen könnte. Sassoli wird nach zweieinhalb Jahren wohl von Manfred Weber abgelöst.

(c) REUTERS (Vincent Kessler)
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Frans Timmermans (Niederlande)

Parteifamilie: Europäische Sozialdemokraten (SPE)

WAR im Gespräch für: EU-Kommissionspräsident, wird nun wieder Vizepräsident.

Seine Erfahrung als EU-Kommissar, als Spitzenkandidat bei EU-Wahl, wenn auch nicht Wahlsieger, sind unbestritten. Doch die Widersacher in osteuropäischen Staaten sind standhaft. Er war für die Rechtsstaatlichkeits-Verfahren etwa gegen Polen zuständig. Selbst als Angela Merkel ihn unterstützte, half es nichts. Der Widerstand war zu groß.

(c) REUTERS (FRANCOIS LENOIR)
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Manfred Weber (Deutschland)

Parteifamilie: Europäische Volkspartei (EVP)I

Im Gespräch für: Parlamentspräsident, wollte eigentlich EU-Kommissionspräsident werden.

War Spitzenkandidat der stärksten Fraktion, hat langjährige Erfahrung als Abgeordneter, jedoch keine Regierungserfahrung. Als Parlamentspräsident wäre er wohl akzeptiert. Ihm wird aber nur eine halbe Amtszeit zugestanden, zunächst übernimmt der Italiener David Sassoli - ein Sozialdemokrat.

(c) APA/AFP/KENZO TRIBOUILLARD (KENZO TRIBOUILLARD)
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Margarete Vestager (Dänemark)

Parteifamilie: Liberale (Alde)

WAR im Gespräch für: Eher für die EU-Außenbeauftragte, aber im Grunde für alle Posten. Sie ist der Joker der Liberalen.

Sie hat lange Erfahrung in der Kommission, gilt als anerkannte Arbeiterin mit Akzeptanz in vielen Fraktionen und eben eine Frau. Und sie war Teil des Spitzenkandidaten-Teams der Liberalen.

(c) REUTERS (STRINGER)
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Kristina Georgiewa (Bulgarien)

Parteifamilie: Europäische Volkspartei (EVP)

WAR im Gespräch für: Kommissionschefin, Ratspräsidentin

Sie wäre die starke Kandidatin aus dem Osten. Als Weltbank-Chefin und ehemalige Kommissarin bringt sie die nötige Erfahrung mit. War kurzfristig wieder aus dem Rennen, das derzeitige Patt macht einen Wechsel Georgiewas nach Brüssel wieder denkbar. Sie war eine der wenigen KandidatInnen aus Osteuropa, die ernsthaft für einen der Posten in Erwägung gezogen wird.

(c) REUTERS (JASON LEE)
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Michel Barnier (Frankreich)

Parteifamilie: Europäische Volkspartei (EVP)

WAR im Gespräch für: EU-Kommissionspräsident, EU-Außenbeauftragter

Der Brexit-Chefverhandler aus Frankreich hat Kommissionserfahrung und gilt als anerkannter Fachmann. Kein Spitzenkandidat, jedoch ein möglicher Mann für jegliche Top-Positionen.

(c) REUTERS (YIANNIS KOURTOGLOU)
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Maroš Šefčovič (Slowakei)

Parteifamilie: Europäische Sozialdemokraten

WAR im Gespräch für: EU-Außenbeauftragter

Der Slowake Šefčovič hat aktuell die Funktion eines EU-Vizekommissionspräsidenten inne und galt als möglicher Kompromisskandidat für den EU-Außenbeauftragten. Seine Pluspunkte: er kommt aus einem osteuropäischen Land und hat Kommission-Erfahrung.

APA/AFP/BRENDAN SMIALOWSKI
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Ska Keller (Deutschland)

Parteifamilie: Europäische Grüne

WAR im Gespräch für: Parlamentspräsidentin

Die Spitzenkandidatin der Europäischen Grünen könnte nur dann zum Zug kommen, wenn die Staatschefs sich nicht einig werden und die Wahl im EU-Parlament chaotisch wird. Das ist allerdings nicht geschehen. Keller wird wohl weiterhin Vizepräsidentin des EU-Parlaments bleiben. Die Grünen sind als große Gewinner der EU-Wahlen bei den Top-Jobs somit leer ausgegangen.

(c) APA/AFP/STEPHANE DE SAKUTIN (STEPHANE DE SAKUTIN)