Wenn Taktik wichtiger wird als das Land

Mit ihren Brexit-Strategien treiben die Parteien den Keil noch tiefer in die Gesellschaft.

Ginge es um das Wohl Großbritanniens, nicht um parteipolitische Taktik, hätte David Cameron wohl nie ein Brexit-Referendum abgehalten. Immer war es in diesem Drama die Strategie, die dominierte: einmal, um den Zusammenhalt der konservativen Partei zu retten (Cameron), ein anderes Mal, um die Regierung zu stürzen (Corbyn), und nun, um die relativ beste Ausgangsposition für vorgezogene Neuwahlen abzusichern (Johnson und Co.). Der Brexit ist ein Musterbeispiel dafür, wie Parteiführer ein Thema so lang ausreizen, bis sie daraus das Maximum an Gewinn lukriert haben.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.09.2019)

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