Machtspiel statt sauberen Brexit

Premierminister Johnson spekuliert darauf, Oppositionschef Corbyn hat sie sich lang gewünscht, setzt aber jetzt taktisch auf Zeit: Was bedeuten Neuwahlen für Großbritannien?

Sie können nicht ohne einander, sie wollen aber in völlig andere Richtungen.
Sie können nicht ohne einander, sie wollen aber in völlig andere Richtungen.
Sie können nicht ohne einander, sie wollen aber in völlig andere Richtungen. – (c) REUTERS (HANNAH MCKAY)

London. Vier Abstimmungen, vier Niederlagen, Fehlerquote 100 Prozent: Der neue britische Premierminister, Boris Johnson, hat einen formidablen Fehlstart hingelegt. Nach nur 43 Tagen im Amt hat er seine Parlamentsmehrheit verschleudert, die Kontrolle über den Brexit verloren, und gestern, Donnerstag, kam der nächste Rückschlag: Sein eigener Bruder Jo Johnson legte wegen „unauflöslicher Spannungen“ zwischen „Familienloyalität und Staatsinteresse“ alle politischen Ämter nieder. „Er hat ihn gekillt“, kommentierte ein Konservativer. Mit Neuwahlen will der Premier einen Befreiungsschlag wagen. Noch am Donnerstag wollte er sich erneut an die Nation wenden. Aber die Opposition lässt ihn zappeln. Vorerst. Denn für alle Parteien birgt ein Urnengang gewaltige Risken.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.09.2019)

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