Asylwerber: Brüssel kritisiert Versagen Athens

Human Rights Watch unterstellt der EU-Agentur Frontex Mithilfe bei der Misshandlung von Flüchtlingen in Griechenland. Human Rights Watch hatte mehrere griechische Flüchtlingslager besucht.

(c) EPA (OLIVIER HOSLET)

Brüssel/Go. EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström wies am Mittwoch einen Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch über die angebliche Beteiligung von Beamten der EU-Grenzschutzagentur Frontex an der Misshandlung von Flüchtlingen in Griechenland zurück und kritisierte die griechische Regierung scharf: „Frontex sollte nicht für das Versagen von Mitgliedstaaten verantwortlich gemacht werden“, erklärte Malmströms Sprecher. „Das Mandat von Frontex ist eng. Es umfasst nicht die Verantwortung für die Flüchtlingslager. Die liegt voll und ganz bei den griechischen Behörden.“

Human Rights Watch hatte mehrere griechische Flüchtlingslager besucht und mit dort festgehaltenen Asylwerbern gesprochen. „Es gibt keinen Strom und kein Wasser. Wir trinken aus dem Urinal“, sagte zum Beispiel ein Iraker. Griechenland ist seit Jahren weder fähig, seine Grenzen zu kontrollieren noch Asylwerber würdevoll zu behandeln. Das hat auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte festgehalten. Grenzschutzbeamte aus anderen EU-Ländern versuchen seit November 2010 im Rahmen einer Frontex-Operation, diese Missstände zu beheben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.09.2011)

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