Neues Visa-System soll das Reisen erleichtern

Fingerabdrücke und digitale Gesichtsbilder sollen Betrug und Missbrauch bei der Schengen-Einreise vorbeugen. Seit gestern das neue Visa-Informationssystem (VIS) in Betrieb.

(c) AP (JENS MEYER)

Brüssel/Wien/Red. Bürger von Drittstaaten werden künftig rascher und mit weniger Aufwand in ein Schengen-Land einreisen können. Seit gestern ist nämlich das neue Visa-Informationssystem (VIS) in Betrieb. Es ermöglicht das Speichern von biometrischen Daten des Antragstellers – Fingerabdrücke und ein digitales Gesichtsbild. Das wird eine schnellere Bearbeitung der Anträge möglich machen. Das bisherige, sehr bürokratische Verfahren wurde der großen Zahl der Antragsteller – jährlich werden etwa 13 Millionen Schengen-Visa ausgestellt – schon lange nicht mehr gerecht.

Von nun an können Inhaber eines Visums aber auch leichter identifiziert werden, wodurch Betrug und Missbrauch weitgehend verhindert werden, hofft die EU-Kommission. Auch die Kontrollen an den Außengrenzen des Schengen-Raums sollen dadurch effizienter werden.

 

„Transparente Regeln für Antrag“

„Ab sofort profitieren Ausländer, die die EU besuchen wollen, von transparenten und fairen Regeln für den Visum-Antrag“, erklärt die zuständige Kommissarin für Inneres, Cecilia Malmström. „Damit kommen wir einer besseren gemeinsamen Visa-Politik der EU ein Stück näher.“ Doch nicht nur Antragsteller und Visum-Inhaber sollen profitieren, sondern auch die 25 Schengen-Mitgliedsländer selbst. So soll das neue Informationssystem eine leichtere Koordination der Staaten untereinander ermöglichen, weil die Daten aller Antragsteller im VIS für nationale Behörden zugänglich sind.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.10.2011)

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