Norwegen: Bus entführt, drei Menschen niedergestochen

Ein Mann, der mit einem Messer bewaffnet war, wurde festgenommen. Der Täter sollte offenbar noch heute abgeschoben werden.

Bei der Entführung eines Busses in der Nähe von Ardal im Südwesten von Norwegen sind drei Menschen ums Leben gekommen. Wie die Polizei in Sogn og Fjordane in der Nacht auf Dienstag mitteilte, wurden der Busfahrer und zwei Fahrgäste mit einem Messer niedergestochen. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Der 31-Jährige ist offenbar ein Flüchtling aus dem Süd-Sudan, der noch am Dienstag in sein Heimatland abgeschoben werden hätte sollen. Das berichtet die norwegische Boulevardzeitung "VG" auf ihrer Homepage.

Der Mann wohnte demnach in einer Flüchtlingsunterkunft in Aardal, wo er am Montagnachmittag einen Bus gekapert hatte. Unklar ist vorerst, wie lange er sich schon in Norwegen aufgehalten hat. Laut dem Online-Bericht hätte der Mann heute zuerst nach Oslo und dann mit dem Flugzeug außer Landes gebracht werden sollen.

"Sahen, dass Person mit Messer umherging"

Der Überlandbus "Valdresekspressen" war auf dem Weg von Ardal nach Tyin, als sich die Tat ereignete. Andere Autofahrer waren als erste an Ort und Stelle. Weil der Bus am Straßenrand stand, glaubten sie, er habe eine Panne oder sei in einen Unfall verwickelt. Ein Augenzeuge sagte dem Fernsehsender TV2: "Wir sahen eine Person in dem Bus und dachten, sie versucht herauszukommen. Aber dann sahen wir plötzlich, dass die Person mit einem Messer umherging. Da haben wir gemerkt, dass die Situation doch eine ganz andere ist."

Die Feuerwehr war noch vor der Polizei am Tatort und stellte den mutmaßlichen Täter. Er sei verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden. Ob er mit den Fahrgästen im Bus bekannt war, konnte die Polizei nicht sagen. Die Ermittler gehen nicht davon aus, dass sich weitere Passagiere im Bus befanden. Bei den Opfern handelt es sich um den Busfahrer, einen schwedischen Fahrgast und eine 19-jährige Frau.

(APA/dpa)

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