Geiseldrama von Beslan: Eltern fordern neue Untersuchung

Ein verschwunden geglaubtes Video soll belegen, dass sich das Geiseldrama von Beslan mit 332 Toten anders abgespielt hat, als bisher geglaubt.

(c) EPA (Zurab Kurtsikidze)

Die Hinterbliebenen der Opfer des Geiseldramas in Beslan (Nordossetien) vor drei Jahren haben am Montag eine neue Untersuchung verlangt. Grund dafür ist die Veröffentlichung eines Videos, das den Fall in neuem Licht erscheinen lässt. Die auf der Website einer Gruppe zur Unterstützung der Opfer veröffentlichten Aufnahmen stehen den Vorwürfen zufolge im Widerspruch zur offiziellen Version der Ereignisse. Ein Mann, der für einen Ingenieur der russischen Armee gehalten wird, sagt in dem Video, es habe keine Explosion in der Schule gegeben.

Die Ermittlungen der Justiz hatten dagegen ergeben, dass das Feuergefecht, bei dem am 3. September 2004 332 Menschen - unter ihnen 186 Kinder - getötet wurden, durch eine Explosion in dem Gebäude ausgelöst worden war, in dem pro-tschetschenische Geiselnehmer mehr als 1.200 Menschen festhielten. Angehörige der Opfer hatten die Darstellung in Zweifel gezogen. Ihrer Version zufolge eröffneten die russischen Streitkräfte zuerst das Feuer.

Staatsanwalt soll "Ingenieur" befragen

Die Leiterin des Komitees Mütter von Beslan, einer der Opfergruppen, kündigte an, eine Befragung des Ingenieurs durch die Staatsanwaltschaft zu beantragten. Diese habe das Video nicht als Beweismaterial verwendet. "Als wir sie fragten, haben sie uns gesagt, es sei verloren gegangen", sagte Susana Dudijewa der Nachrichtenagentur AFP. Die Aufnahmen seien dem Komitee von einem anonymen Absender zugestellt worden. (APA/Red.)

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