Taifun "Rammasun" trifft auf China - zehn Tote

Bereits seit Tagen ist der Süden Chinas von heftigen Regenfällen überzogen. Am Freitag traf Taifun "Rammasun" auf die Küste - mindestens zehn Menschen kamen bisher ums Leben.

Hong Kong vor Ankunft des Taifuns.
Hong Kong vor Ankunft des Taifuns.
Hong Kong vor Ankunft des Taifuns. – (c) APA/EPA/JEROME FAVRE (JEROME FAVRE)

Der Taifun "Rammasun" hat die chinesische Südküste erreicht. Am Freitag traf er auf die Tropeninsel Hainan, wie Chinas Meteorologisches Amt mitteilte. Experten stuften "Rammasun" als einen der stärksten Taifune der vergangenen Jahre in China ein. Chinas Südprovinzen werden bereits seit Tagen von starken Regenfällen heimgesucht.

Bei Überschwemmungen und Erdrutschen wurden allein am Freitag zehn Tote gemeldet, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Hunderttausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Wegen Tausender zerstörter Häuser und vernichteter Ernten wird der Schaden bisher auf 1,5 Billionen Yuan (rund 180 Millionen Euro) geschätzt.

Taifun wütete über Philippinen

Der Taifun "Rammasun" hat auf den Philippinen Verwüstungen und Dutzende Tote hinterlassen und am Freitag Südchina erreicht. Auf den Philippinen kamen mindestens 64 Menschen ums Leben, wie die Behörden am Freitag mitteilten. Die meisten wurden durch umgestürzte Bäume und Wände oder losgerissene Dächer und Masten erschlagen.

Unterdessen braute sich im Osten der Inselgruppe der neue Wirbelsturm "Matmo" zusammen. Auf der Flucht vor "Rammasun" hatten auf den Philippinen mehr als eine halbe Million Menschen ihre Wohnungen verlassen. Der Wirbelsturm zerstörte Zehntausende Häuser, beschädigte Brücken und löste Erdrutsche aus. Am Freitag waren noch mehr als 1,5 Millionen Menschen ohne Strom.

"Rammasun", der Windgeschwindigkeiten von 185 Kilometern pro Stunde erreichte, war der bisher stärkste Sturm dieser Saison und hatte das Land zwei Tage lang im Griff. Erst im November 2013 hatte der Sturm "Haiyan" auf den Philippinen mehr als 6.200 Menschen in den Tod gerissen. Auf den Osten des Landes hielt bereits ein neues Unwetter zu, der Tropensturm "Matmo".

Unterdessen erreichte "Rammasun" mit Sturmfluten, Starkregen und heftigen Sturmböen Südchina. Ein Mann wurde von umherfliegenden Gegenständen erschlagen, als der Sturm über die Tropeninsel Hainan fegte, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag.

Stärkster Taifun dieser Saison

"Rammasun" sei der stärkste Sturm seit rund 40 Jahren über Chinas südlichen Küstenprovinzen, sagte Zhang Ling vom Meteorologischem Amt der Agentur Xinhua. 1973 hatte der Taifun "Marge" mit Windgeschwindigkeiten von weit über 200 Kilometern pro Stunde über Hainan gefegt und Hunderte Menschen getötet. "Rammasun" wird es nach den Vorhersagen auf Geschwindigkeiten von etwa 160 Kilometern pro Stunde bringen. Mindestens zwei Tage soll er laut den Vorhersagen über Südchina wüten.

Taifune entstehen vor allem zwischen Juli und November über dem Meer, wenn das Oberflächenwasser eine Temperatur von mindestens 26 Grad Celsius hat und stark verdunstet. Ein tropischer Wirbelsturm kann einen Durchmesser von einigen hundert Kilometern haben. Typisches Kennzeichen ist das sogenannte Auge, eine windstille Zone von ungefähr 20 Kilometern Durchmesser im Wirbelzentrum.

(APA/dpa)

Kommentar zu Artikel:

Taifun "Rammasun" trifft auf China - zehn Tote

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen