Asteroiden als Rohstoffquelle der Zukunft?

In der Fracht, die bei der Explosion der Rakete zerstört wurde, war auch ein experimenteller Satellit. Eine US-Firma wollte damit testen, wie man einmal auf Asteroiden Rohstoffe suchen und später mit Robotern abbauen kann.

Im Feuerball der Antares-Rakete wurde auch ein äußerst ungewöhnliches Objekt ihrer Fracht vernichtet: der experimentelle Kleinsatellit Arkyd 3 der Firma Planetary Resources mit Sitz im US-Staat Washington. Wie der Name der 2012 gegründeten Firma andeutet, geht es ihr um Rohstoffe. Die sollen aber nicht auf unserem Planeten gesucht bzw. gefördert werden, sondern auf Asteroiden.

Nun sind Asteroiden ja nicht eben um die Ecke zu finden, mindestens 660.000 davon in Größen von einigen Dutzend Metern bis zu einigen hundert Kilometern kreisen im Asteroidengürtel, einer Zone zwischen Mars und Jupiter. Raumsonden benötigen durchaus einige Jahre, um diese zu erreichen, allerdings gibt es viele Asteroiden, die auf anderen Bahnen fliegen und der Erde relativ nahe kommen.

 

Handyzutaten aus dem All

Asteroiden, so viel weiß oder vermutet man, bestehen zu nicht unerheblichen Teilen aus Edelmetallen und seltenen Erden, etwa Platin, Iridium, Palladium, Neodym und Scandium, die auf der Erde sehr selten und überaus teuer sind, aber in der Hochtechnologie vermehrt gebraucht werden, etwa bei simplen Dingen wie Handys.

Daher gibt es ernsthafte Pläne, Asteroiden einzufangen (das geht theoretisch etwa mit der Gravitationswirkung von Raumschiffen oder mit Steuerraketen), in einer Bahn um Mond oder Erde zu parken und dann mit Robotern auf ihnen zu schürfen. Studien zufolge würde das Einfangen eines etwa zehn Meter großen Asteroiden etwa 2,6 Milliarden Dollar kosten, das werde sich aber, wenn er ausreichend wertvoll zusammengesetzt ist, leicht rentieren.

Die Satelliten/Sonden der Arkyd-Serie sollen Asteroiden suchen, zu ihnen fliegen und sie auf Bodenschätze hin untersuchen. Die Gründer und Schlüsselfiguren von Planetary Resources sind jedenfalls keine Fantasten: Dazu gehören etwa der Wissenschaftler und Raumfahrtunternehmer Peter Diamandis, Internet- und Elektronik-Guru Eric Schmidt (Xerox, Google, Apple), Google-Gründer Larry Page und der Filmregisseur James Cameron. (wg)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.10.2014)

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