Tonnen an Gammelwaren in Italien sichergestellt

Die Carabinieri beschlagnahmte bei der Operation "Sichere Weihnachten" insgesamt 120 Tonnen verdorbene Lebensmittel. Tausende Kilo Fleisch waren von Parasiten befallen.

Themenbild: vedorbene Nahrungsmittel
Themenbild: vedorbene Nahrungsmittel
Themenbild: vedorbene Nahrungsmittel – Imago

Verschimmeltes Gemüse, Parasiten in Trockenfrüchten und verdorbener Fisch: Kurz vor Weihnachten hat die italienische Polizei tonnenweise Gammel-Nahrungsmittel sichergestellt. Insgesamt seien 120 Tonnen Back- und Milchwaren, Fisch, Obst und Gemüse sowie Süßigkeiten beschlagnahmt worden, teilten die Behörden am Dienstag mit.

Bei der Operation "Sichere Weihnachten" wurden bei mehr als 2000 Kontrollen Geschäfte und Warenhäuser in ganz Italien untersucht. 20 Prozent der kontrollierten Geschäften verstießen demnach gegen Hygienevorschriften oder hatten Nahrungsmittel als "hausgemacht" ausgezeichnet, obwohl sie industriell hergestellt waren. Mehr als 650 Menschen wurden angezeigt und Strafen in Höhe von 670.000 Euro verhängt.

Fisch und Fleisch von Parasiten befallen

Die Liste der sichergestellten Waren ist lang. So fanden die Kontrolleure nach Medienangaben Süßigkeiten, deren Haltbarkeit seit bis zu sieben Jahren abgelaufen war, und die in Italien traditionell am 6. Jänner für Kinder in Strümpfen versteckt werden. Produkte wurden als "Bio" ausgezeichnet, wie zum Beispiel ein Öl mit "Amalfi-Zitronen", das aber gar nicht bio war. Zudem flogen Geschäfte auf, die verdorbene oder schlechte Zutaten unter andere Lebensmittel mischten.

In Mailand konzentrierten sich die Ermittler auch auf die "Chinatown"-Gegend, wo sie fast 2500 Kilo Fisch und Fleisch fanden, das von Parasiten befallen oder falsch gelagert war. In Turin flog eine Firma auf, die unverkäufliche Waren aus Geschenkkörbe für Weihnachten vermarktet hatte, hauptsächlich im Ausland.

In der Region Apulien schlossen die Behörden unter anderem ein chinesisches Restaurant, das von Zecken und anderen Insekten befallen war.

Landwirtschaftsminister Maurizio Martina erklärte, der Fund zeige, dass die Lebensmittelkontrollen im Land funktionierten. Italien wolle dennoch im kommenden Jahr - mit Blick auf die Expo in Mailand - ein europäisches Forum zum Kampf gegen Betrug mit Nahrungsmitteln ins Leben rufen. Die Weltausstellung konzentriert sich auf das Thema Ernährung.

 

(APA/dpa)

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