Saudiarabien: Gotteslästerer zum Tode verurteilt

Weil er den Koran zerissen und den Propheten beleidigt haben soll, bekam ein Mann in Saudiarabien ein Todesurteil. Seit Jahresbeginn wurden in dem Land bereits mehr als 25 Menschen hingerichtet.

Symbolbild: Saudiarabiens Flagge
Symbolbild: Saudiarabiens Flagge
Symbolbild: Saudiarabiens Flagge – (c) REUTERS (� Fahad Shadeed / Reuters)

In dem Onlinenetzwerk Keek veröffentlichte ein Mann in Saudiarabien ein Video, auf dem er den Koran zerreißt und mit einem Schuh auf das Buch einschlägt - dafür hat ihn ein Scharia-Gericht nun zum Tode verurteilt. Er habe sich vom Islam abgewendet und soll den Propheten Mohammed sowie dessen Tochter Fatima beleidigt haben. Das berichten die Zeitungen "al-Sharq" und "Saudi Gazette", heißt es auf "Spiegel Online".

Vergangenes Jahr wurde der Mann von der saudi-arabische Religionspolizei in der Stadt Hafar al-Batin im Nordosten des Landes festgenommen. Dann wurde er vor das Scharia-Gericht gestellt. "Die Beleidigung des Propheten und des Koran ist eine Form des Religionsübertritts, mit der die Gerichte hart umgehen müssen", verteidigt Sprecher Abdullah al-Enizi des Ministeriums für islamische Angelegenheiten das Todesurteil. Es "wurde ausgesprochen, nachdem seine Apostasie bewiesen worden war." Das Gericht ordnete eine Enthauptung an.

Seit Beginn des Jahres wurden in Saudiarabien bereits mehr als 25 Menschen hingerichtet, die meisten aufgrund Drogendelikten. Die Angeklagten werden in dem Land entweder von Erschießungskommandos umgebracht oder öffentlich enthauptet. Sie haben weder grundlegende Rechte, die Verfahren finden im Geheimen statt, viele Beschuldigte bekommen keinen Rechtsanwalt zur Seite gestellt.

 

>> Bericht auf "Spiegel Online"

(Red.)

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