Ex-Anführer des Ku-Klux-Klans in Tschechien gefasst

David Duke sollte in Prag Vorträge halten - auf Einladung des rechtsextremen "Nationalen Widerstands". In einem Lokal klickten die Handschellen. Ihm wird Rassismus und Leugnung des Holocaust vorgeworfen.

Archivbild: Ku Klux Klan
Archivbild: Ku Klux Klan
(c) AP (Jarold Tyler Klassen)

In Prag ist am Freitag der frühere Anführer des Ku-Klux-Klans, David Duke, festgenommen worden. Er werde verdächtigt, eine Bewegung zu unterstützen, "die Grund- und Menschenrechte unterdrücken will", sagte Polizeisprecher Jan Mikulovsky vor Journalisten. Nach Angaben des Leiters der Abteilung für den Kampf gegen Extremismus, David Janda, wurde Duke in einem Restaurant in der Prager Altstadt in Gewahrsam genommen. Dessen Eingang sei von Neonazis bewacht worden. "Die Lage war ziemlich unübersichtlich", sagt Janda. In der Nacht auf Samstag wurde Duke mit der Auflage, Tscheien zu verlassen, wieder auf freien Fuß gesetzt.

Laut Polizei hielt sich der frühere Chef des rassistischen Geheimbundes Ku-Klux-Klan auf Einladung der rechtsextremen Bewegung "Narodni Odpor" ("Nationaler Widerstand") in Tschechien auf. Wie die Gruppierung auf ihrer Internetseite mitteilte, sollte Duke während seines Besuchs auf drei Konferenzen Vorträge halten und die tschechische Übersetzung eines seiner Bücher vorstellen. Darin seien Passagen enthalten, die als Leugnung des Holocaust interpretiert werden könnten, berichtete die tschechische Nachrichtenagentur CTK unter Berufung auf eine Juristin.

(Ag.)

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