USA verschiffen Hellfire-Rakete versehentlich nach Kuba

Nach einem Irrweg durch ganz Europa landete das Geschoß für mehr als ein Jahr in Havanna. US-Behörden befürchten den Verlust geheimer Militärtechnologie.

Hellfire, von einem Humvee aus gestartet.
Hellfire, von einem Humvee aus gestartet.
Hellfire, von einem Humvee aus gestartet. – Wikipedia/redstone.army.mil

Es sei einer der schlimmsten Vorfälle dieser Art, beschreibt das "Wall Street Journal" das peinliche Hoppala der US-amerikanischen Streitkräfte. Eine Hellfire-Rakete wurde offenbar versehentlich von Europa nach Kuba geschickt - ein Verlust sensibler Militärtechnologie. Die Luft-Boden-Rakete, die besonders von Helikoptern eingesetzt wird, sei Anfang 2014 für eine Militärübung nach Spanien gesandt worden, auf dem Rücktransport in die USA aber verloren gegangen.

Der Flugkörper war ursprünglich zu einer NATO-Übung nach Spanien geschickt worden. Statt direkt zurück verfrachtet zu werden, durchlief die heikle Ladung allerdings einen Rundtrip durch ganz Europa. Zuletzt wurde sie per Lastwagen nach Paris gebracht und in einen Air-France-Flug nach Havanna verladen, wo sie von kubanischen Beamten beschlagnahmt wurde.

Mehr als ein Jahr hätten US-Beamte danach versucht, die lasergesteuerte Rakete ohne Sprengladung von Kuba zurückzubekommen. Gleichzeitig hätte ein Ermittlerteam den Weg der verschwundenen Hellfire nachzuvollziehen versucht. Damit sollte festgestellt werden, ob nicht sogar Spione oder Kriminelle die Rakete nach Kuba geschifft hatten - oder ob der Irrweg tatsächlich das Resultat einer Reihe von Fehler gewesen war.

Laut dem Zeitungsbericht versuchte das US-Verteidigungsministerium, bestand weniger die Befürchtung, dass Kuba die Rakete selbst nachzubauen versucht, als dass es die Technologie mit Ländern wie China, Russland oder Nordkorea teilt.

(APA/dpa/maka)

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