Türkei: Erdogan erleidet Schwächeanfall beim Gebet

Der türkische Präsident kollabierte in einer Moschee in Istanbul beim Gebet zum Ende des Ramadan. Hunderte Millionen Muslime weltweit feiern das Fest des Fastenbrechens.

Muslime feiern das Fest des Fastenbrechens
Muslime feiern das Fest des Fastenbrechens
Muslime feiern das Fest des Fastenbrechens – AFP (ZAKARIA ABDELKAFI)

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat beim Gebet zum Fest "Eid al-Fitr" einen Schwächeanfall erlitten. Laut türkischen Medienberichten kollabierte er nach Angaben von Kathpress am Sonntagmorgen in einer Moschee in Istanbul und musste auf eine Trage gelegt werden. Er erholte sich jedoch rasch wieder.

Anschließend sagte Erdogan, der Schwächeanfall sei auf Blutdruckprobleme in Zusammenhang mit seiner Diabetes-Erkrankung zurückzuführen.

Mit dem mehrtägigen "Eid al-Fitr", auf Türkisch Seker Bayrami oder "Zuckerfest" genannt, endet der muslimische Fastenmonat Ramadan. Für Muslime ist das Fasten, das jeweils im neunten Monat des islamischen Mondjahres stattfindet, eine der fünf Säulen ihrer Religion neben dem Pilgern nach Mekka, den täglichen Gebetszeiten, dem Glaubensbekenntnis zu Allah als einzigem Gott und dem Almosengeben.

 

Millionen Muslime feiern

Das dreitägige "Eid al-Fitr"  wird traditionell im Kreise der Familie zusammen mit üppigen Festessen und vielen Geschenken gefeiert.

Das Ende des Fastenmonats aber wird erneut von zahlreichen Konflikten in der arabischen Welt überschattet. Neben den Bürgerkriegen in Syrien, Jemen, Irak und Libyen hatte zuletzt die Isolation des Golfstaates Katar durch Saudi-Arabien und eine Reihe Verbündeter für schwere Spannungen gesorgt.

Zum Ende des Ramadans begnadigten die syrische und die ägyptische Regierung Hunderte Gefangene. Am Samstag seien mehr als 670 Frauen und Männer aus verschiedenen Haftanstalten entlassen worden, erklärte der syrische Justizminister Hisham al-Shaar, wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA berichtete. Keine Angaben gab es dazu, ob unter ihnen auch politische Gefangene sind. Präsident Bashar al-Assad besuchte für das Feiertagsgebet am Sonntag eine Moschee in Hama in Zentralsyrien.

Einen Tag zuvor hatte bereits die ägyptische Führung 502 Gefangene - darunter 25 Frauen - begnadigt. Unter ihnen seien auch Menschen, die wegen unerlaubten Protestes in Haft saßen. Der wohl prominenteste Entlassene ist der Geschäftsmann Hisham Talat Mustafa, der wegen Mordes an einer libanesischen Sängerin 2008 in Dubai zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden war.

In Syrien und Ägypten sitzen Zehntausende politische Häftlinge hinter Gittern. Die Entlassung von Gefangenen zu großen Festen ist eine politische Tradition in Teilen der arabischen Welt.

Zum Ende des Ramadan rief das philippinische Militär eine achtstündige Feuerpause in der von Islamisten besetzten Stadt Marawi aus. Die Waffenruhe sei eine Geste der Achtung der muslimischen Einwohner, erklärte ein General der Armee am Sonntag.

Zum ersten Mal seit Jahren veranstaltete das Weiße Haus keine Feier zum Ende des Ramadan veranstaltet. Stattdessen sandte Präsident Donald Trump am Samstag "herzliche Grüße" an Muslime, die Eid al-Fitr begingen. Seit der Amtszeit von US-Präsident Bill Clinton (1993 bis 2001) hatte das Weiße Haus jedes Jahr entweder eine Feier zum Eid al-Fitr-Fest oder während des Ramadans ein Essen zum abendlichen Fastenbrechen (Iftar) veranstaltet.

Da sich der Beginn des Festes des Fastenbrechens am Mondkalender orientiert, kann es leichte Abweichungen bei seinem Start geben. So beginnt "Eid al-Fitr" im Golfstaat Oman der staatlichen Nachrichtenagentur des Landes zufolge erst am Montag. Indonesien und der Iran legten den Anfang jedoch ebenfalls auf Sonntag.

(APA/AFP)

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