Giftige Mikroalgen befallen kanarische Strände

Seit Juni werden auf den Kanarischen Inseln mehr und mehr Strände für Badegäste geschlossen: Das sogenannte Meeres-Sägemehl verbreitet sich rasant.

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Die Mikroalgen benetzen Strände auf den kanarischen Inseln. – APA/AFP/DESIREE MARTIN

Teneriffa, Fuerteventura, Lanzarote - Inselnamen, die an blaues Meer und weiße Strände erinnern. Doch nicht diese Saison: Momentan verbereiten sich nämlich Mikroalgen in den Gewässern der Kanarischen Inseln. Die kleinen Pflänzchen verursachen einen grünlichen Schleier an der Meeresoberfläche, Strandbesucher verlassen die Fluten mit stark geröteter Haut und juckenden Ausschlägen. 

„Schon seit Anfang des Sommers tauchen in mehreren Strandabschnitten der Kanarischen Inseln vermehrt Mikroalgen auf “, sagt Jose Juan Aleman, Vorsteher der Generaldirektion für Gesundheit der Kanarischen Inseln, berichtet der "Guardian".

Die Mikroalgen, auch bekannt unter dem Namen Meeres-Sägemehl, enthalten ein Gift, das Hautirritation und Dermatitis hervorruft. Die Symptome können sich auch über einen längeren Zeitraum hinziehen.

Algen könnten Tourismus beeinträchtigen

Wenn man sich am Küstenbereich aufhält, sich also an den Strand oder ins Wasser begibt, lässt sich der Kontakt mit den Mikroalgen kaum vermeiden. Aus diesem Grund mussten bereits einige Strände geschlossen werden – für die Kanarischen Inseln könnte das jedoch ein großes Problem darstellen: Jedes Jahr kommen rund 13 Millionen Touristen auf die Inseln, um vor allem das zu tun, was die Algen verderben könnten: Nämlich Strand und Meer genießen. Einer der populärsten Meeresstreifen der Inseln, der Teresitas Beach bei Santa Cruz de Tenerife, soll bereits nicht mehr zugänglich sein.

Das Wachstum dieser Pflanzen wird durch die fortschreitende Klimaerwärmung vorangetrieben: Nicht nur die zusehends höheren Wassertemperaturen fördern den Wildwuchs der giftigen Algen. Auch der Dunst, der aus der Sahara zu den Inseln getrieben wird, fördert die rasche Verbreitung der Mikroalgen: Er enthält sehr viel Eisen und bietet den winzig kleinen Pflänzchen eine gute Ernährungsgrundlage.

>>> Artikel im "Guardian".

(red.)

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