Nasa will Atombombe auf Asteroiden schießen

In mehr als 100 Jahren könnte der Felsbrocken Bennu das Leben auf der Erde auslöschen. Die Nasa will es mit dem Projekt "Hammer" nicht so weit kommen lassen.

Bennu ist größer als das Empire State Building in New York.
Bennu ist größer als das Empire State Building in New York.
Bennu ist größer als das Empire State Building in New York. – Lawrence Livermore National Laboratory

Es klingt wie in dem US-Weltuntergangsfilm "Armageddon": Doch diesmal sollen nicht Bruce Willis, Ben Affleck und Liv Tyler die Erde vor dem Untergang retten, sondern die Wissenschafter der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa. Denn ein 500 Meter großer Asteroid könnte in mehr als 100 Jahren mit massiver Geschwindigkeit auf die Erde prallen. So weit aber wollen es die Forscher gar nicht kommen lassen.

Die Nasa hat den Felsbrocken namens Bennu, der derzeit mit 101.000 Stundenkilometern um die Sonne kreist, genau im Visier. Die Chancen stehen 1 zu 2700, dass das 79 Milliarden Kilogramm schwere Himmelsgestein (das ist 1664 mal so schwer wie die Titanic) am 25. September 2135 unseren Planeten trifft. Dabei würde der Asteroid eine Energie von 80.000 Hiroshima-Bomben entwickeln.

Mit dem Projekt "Hypervelocity Asteroid Mitigation Mission for Emergency Response Vehicle", kurz "Hammer", will die Nasa diese Katastrophe in Zusammenarbeit mit dem US-Kernwaffenlabor Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) verhindern. Ihren Plan beschreiben die Forscher in einer in der Publikation "Acta Astronautica" veröffentlichten Studie.

"Ziel ist, Leben auf Erde zu retten"

"Hammer" ist ein neun Meter großer und acht Tonnen schwerer Flugkörper, der mit nuklearen Sprengsätzen ausgestattet werden kann. Im Katastrophenfall soll das Raumschiff zu dem Asteroiden geschickt werden, um ihn von seiner Bahn abzulenken. Dies soll gelingen, indem das Schiff entweder selbst als eine Art Rammbock benutzt wird oder die Atomsprengsätze in der Nähe des Brockens gezündet werden.

„Die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags scheint derzeit gering, aber falls doch, wären die Konsequenzen schlimm", sagte der Physiker und Ko-Autor der Studie Kirsten Howley. Daher wolle man bereits jetzt vorbereitet sein. "Das ultimative Ziel ist, bereit zu sein, um das Leben auf der Erde zu schützen."

Die Studie belegt, wie wichtig es ist, auf den Asteroiden-Einschlag vorbereitet zu sein: Es dauere mindestens 7,4 Jahre, bis der Steinbrocken umgeleitet werden könne, schreiben die Wissenschafter - vom Bau des Raumschiffes bis zum Flug. Je knapper vor dem möglichen Einschlag die Forscher mit ihrer Mission beginnen, desto mehr "Hammer" seien nötig, um den Asteroiden abzulenken: 25 Jahre davor nur sieben bis elf Raketenstarts, schon 34 bis 53 zehn Jahre davor.

Ganz wie im Film dürfe man sich die Mission nicht vorstellen, schreiben die Forscher: Denn anders als in "Armageddon" werde die Bombe in einiger Entfernung von Bennu gezündet werden. um einen "raketenartigen" Schub zu erzeugen. So könne man die Energie, mit der der Asteroid abgelenkt werde, kontrollieren.

>>> Bericht des Lawrence Livermore National Laboratory.

(red.)

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