Flugzeugabsturz in Kuba: Drei Überlebende in kritischem Zustand

Zu den Opferzahlen gibt es keine offiziellen Angaben. Das verunglückte Flugzeug war fast 40 Jahre alt. Viele Angehörige der Opfer werden mit Bussen nach Havanna gebracht.

Das Flugzeug zerschellte auf einem Feld nahe der kubanischen Hauptstadt Havanna kurz nach dem Start.
Das Flugzeug zerschellte auf einem Feld nahe der kubanischen Hauptstadt Havanna kurz nach dem Start.
Das Flugzeug zerschellte auf einem Feld nahe der kubanischen Hauptstadt Havanna kurz nach dem Start. – REUTERS

Nach dem Flugzeugabsturz in Kuba hat am Samstag eine zweitägige Staatstrauer begonnen. Die Flaggen wurden landesweit auf Halbmast gesetzt. Bei dem Unglück waren am Freitag 107 Menschen ums Leben gekommen, drei Frauen überlebten schwer verletzt. Die Unglücksursache war unklar. Nach Angaben von Präsident Miguel Diaz-Canel wurden Ermittlungen eingeleitet. Die Ursache des Unglücks nahe Havanna war am Tag danach noch im Dunkeln. 

Der Gesundheitszustand der drei Überlebenden ist weiterhin kritisch. Die Frauen hätten schwere Verbrennungen erlitten, Verletzungen an der Lunge und im Unterleib sowie zahlreiche Knochenbrüche.

Kubanische Medien berichteten übereinstimmend von 104 Passagieren an Bord. Weniger klar war die Zahl der Besatzungsmitglieder: Das mexikanische Verkehrsministerium hatte am Freitag bestätigt, dass fünf Mitglieder der Crew Mexikaner waren. Am Samstag war die Rede von einem sechsten Mitglied der Besatzung von Flug DMJ 0972, einem Techniker. Welche Staatsangehörigkeit dieser hatte, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Viele Opfer aus der Stadt Holguin

Mehr als die Hälfte der Opfer stammte nach Angaben des kubanischen Online-Portals "Cubadebate" aus der Stadt Holguin im Osten der Insel, die das Ziel des Flugs gewesen wäre. Angehörige der Toten wurden am Samstag in Bussen von Holguin in die Hauptstadt Havanna gebracht. Dort sollten sie nach Angaben von "Cubadebate" die Opfer identifizieren. Fünf der Passagiere waren offenbar nicht aus Kuba. Das argentinische Außenministerium bestätigte, dass zwei argentinische Staatsbürger bei dem Absturz ums Leben kamen. Zu den weiteren Opfern gab es zunächst keine Details.

Am Samstagmorgen warteten rund 40 Angehörige von Opfern vor dem gerichtsmedizinischen Institut in Boyeros, unweit des Flughafens. "Meine Frau Elsa Buitriago hat vier Mitglieder ihrer Familie verloren: ihre Mutter, ihre Schwester, einen Schwager und einen Neffen, alle aus Holguin", sagte der 48-jährige Jorge Leiva.

 

Die abgestürzte Maschine gehörte der mexikanischen Fluggesellschaft Damojh, sie wurde jedoch von der staatlichen kubanischen Gesellschaft Cubana gemietet und betrieben. Die Fluggesellschaft Damojh wurde 1990 in Mexiko gegründet, zur Flotte zählen laut mexikanischem Verkehrsministerium lediglich drei Flugzeuge.

Das Flugzeug war fast 39 Jahre alt, wie es auf der Internetseite "Planespotters.net" heißt. Während dieser Zeit gehörte es verschiedenen Fluggesellschaften, im Besitz von Damojh war es nach Angaben der Website seit 2017. Die Airline Cubana hatte die Maschine demnach erst seit Mai diesen Jahres betrieben.

Augenzeugen zufolge war die Maschine abgestürzt, als sie die erste Kurve flog. Der 21-jährige Yasniel Diaz sagte, der Pilot habe offenbar noch eine Notlandung machen wollen, dies aber nicht mehr geschafft. Die folgende Explosion habe "alles erschüttert", sagte Diaz.

(APA/dpa)

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