Scotland Yard entdeckt Quelle für Nowitschok-Vergiftung

Die britische Polizei hat den Behälter gefunden, durch den ein Mann und eine Frau mit dem Nervengift Nowitschok in Kontakt kamen. Eine Flasche mit dem Gift befand sich im Haus des Mannes. Die Frau war am Sonntag an den Folgen der Vergiftung gestorben.

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APA/AFP/GEOFF CADDICK

Die britische Polizei hat nach eigenen Angaben die mutmaßliche Quelle der Nowitschok-Vergiftung eines Paares im südenglischen Amesbury entdeckt. Die Anti-Terror-Polizei erklärte am Freitag, im Haus des Mannes in Amesbury sei am Mittwoch eine kleine Flasche gefunden worden. Tests hätten ergeben, dass es sich beim Inhalt der Flasche um das Nervengift Nowitschok gehandelt hat. Unklar ist, wie der Behälter in das Haus des Mannes gelangte.

Der 45-jährige Mann wird weiter im Krankenhaus behandelt, er ist seit einigen Tagen wieder bei Bewusstsein. Seine Lebensgefährtin ist verstorben. Das Paar war demselben Gift ausgesetzt wie der frühere russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia. Nun soll nach Angaben der Polizei festgestellt werden, ob das Gift aus derselben Quelle stammt wie die Substanz, mit der der russische Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia im März vergiftet worden waren.

London bezichtigte Moskau, Drahtzieher des Anschlags auf die Skripals gewesen zu sein. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später wurde damit auch in anderen Ländern experimentiert.Der Kreml bestreitet jegliche Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Mehr als zwei Dutzend Länder wiesen russische Diplomaten aus. Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen.

Amesbury liegt elf Kilometer von Salisbury entfernt, wo die beiden Skripals Anfang März vergiftet wurden. Sie mussten wochenlang im Krankenhaus behandelt werden.

((APA/Reuters)

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