Amnesty International fordert Totalverbot von "Killer-Robotern"

Mehrere wichtige Staaten lehnen ein solches Verbot aber ab - darunter Frankreich, die USA, Großbritannien, Israel, Russland und Südkorea.

Vor einer neuen Beratungsrunde der Vereinten Nationen hat Amnesty International die weltweite Ächtung autonomer Offensivwaffen - sogenannter Killer-Roboter - gefordert. Bei dem heute beginnenden UN-Treffen in Genf müssten sich die Teilnehmerstaaten für ein völkerrechtliches Verbot einsetzen, erklärte die Menschenrechtsgruppierung. "Killer-Roboter sind nicht mehr nur der Stoff für Science-Fiction-Geschichten", warnte Amnesty-Expertin Rasha Abdul Rahim.

Die Expertin verwies auf intelligente Drohnen und Gewehre, die sich ohne menschliches Zutun selbst ihr Ziel aussuchen. "Das Völkerrecht hält mit den technologischen Fortschritten längst nicht mehr Schritt", warnte sie. "Wir bewegen uns in Richtung einer Zukunft, in der die Menschen aus den Entscheidungsprozessen beim Einsatz von Gewalt ausgeschlossen sein könnten."

Ablehnung in Frankreich, USA, Israel

Die Vereinten Nationen in Genf setzen ab heute für eine Woche auf Expertenebene ihre Gespräche über die Killer-Roboter fort. Bei der letzten Beratungsrunde im April sprachen sich laut Amnesty 26 Staaten für ein komplettes Verbot solcher Waffensysteme aus - unter ihnen Österreich, Brasilien und Ägypten. Mehrere wichtige Staaten lehnten ein Verbot aber ab, kritisierte Amnesty. Darunter seien Staaten, die an der Entwicklung solcher Systeme arbeiteten. Amnesty nannte als Beispiel Frankreich, die USA, Großbritannien, Israel, Russland und Südkorea.

Automatische Waffensysteme wie unbemannte, aber von Menschen gesteuerte Drohnen sind bereits heute im Einsatz. Experten rechnen damit, dass in 20 Jahren auch vollkommen autonome Kampfroboter zur Verfügung stehen.

(APA/AFP)

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